Irakischer Fußballverband beantragt WM-Playoff-Verschiebung
Infolge des anhaltenden Iran-Konflikts drängt der irakische Fußball-Verband mit Nachdruck auf eine Verlegung des entscheidenden Playoff-Spiels für die Weltmeisterschaftsqualifikation. Die Situation hat sich für das Nationalteam dramatisch zugespitzt, da sowohl Luftraumsperrungen als auch massive Visa-Probleme eine reguläre Teilnahme nahezu unmöglich machen.
Offizieller Antrag und Kommunikation mit FIFA
Laut Berichten des britischen Guardian wurde die Verschiebung des Spiels mittlerweile auch offiziell beim Weltverband FIFA beantragt. Der irakische Verband befindet sich nach eigenen Angaben in ständigem Austausch sowohl mit der FIFA als auch mit dem asiatischen Kontinentalverband. Trainer Graham Arnold appellierte in einem Gespräch mit der australischen Nachrichtenagentur AAP direkt an die FIFA: „Bitte helfen Sie uns bei diesem Spiel, denn wir haben momentan große Schwierigkeiten, unsere Spieler aus dem Irak herauszuholen.“
Arnold betonte weiterhin, dass eine Verschiebung dem Team wertvolle Zeit geben würde, um sich angemessen vorzubereiten. Für den Irak wäre eine Teilnahme an der WM in den USA, Mexiko und Kanada nach 1986 erst die zweite Teilnahme am größten Fußballturnier der Welt überhaupt.
Reisehindernisse und logistische Probleme
Die Herausforderungen für das irakische Team sind vielfältig und gravierend:
- Der Luftraum über dem Irak bleibt aufgrund des Krieges gesperrt, was direkte Flüge unmöglich macht.
- Gut die Hälfte des Nationalteams hält sich weiterhin in Bagdad auf, während Trainer Graham Arnold seinen Wohnort Dubai aufgrund der Luftraumsperrungen aktuell nicht verlassen kann.
- Die Spieler und Betreuer haben erhebliche Probleme, Einreisevisa für das Playoff-Duell in Mexiko zu erhalten, da zuständige Botschaften geschlossen sind.
Das mexikanische Außenministerium erklärte hierzu, dass die Schwierigkeiten auch damit zusammenhängen, dass Mexiko keine Botschaft im Irak unterhält. Die mexikanische Vertretung in den Vereinigten Arabischen Emiraten stehe jedoch in Kontakt mit dem irakischen Verband und habe die nötigen Namen angefordert, um das Visa-Verfahren zu beschleunigen. Visa könnten alternativ auch in europäischen Ländern ausgestellt werden.
FIFA-Vorschlag und Ablehnung durch Trainer Arnold
Die FIFA hatte dem irakischen Team offenbar bereits einen alternativen Reisevorschlag unterbreitet: Eine rund 25-stündige Autofahrt in die Türkei, von wo aus dann der Weiterflug nach Mexiko erfolgen sollte. Trainer Graham Arnold soll den irakischen Verband jedoch angewiesen haben, der Mannschaft diese beschwerliche und unsichere Reise auf dem Landweg nicht zuzumuten.
Das Playoff-Spiel, in dem der Irak in der Nacht zum 1. April deutscher Zeit gegen Bolivien oder Suriname antreten soll, steht somit unter keinem guten Stern. Die unklare Sicherheitslage, kombiniert mit den praktischen Reisehindernissen, stellt eine enorme Belastung für Spieler und Betreuer dar und gefährdet die faire Wettbewerbsbedingungen.



