Iran beschlagnahmt Vermögen von Ex-Leverkusener Azmoun wegen angeblicher USA-Unterstützung
Dem früheren Bundesliga-Fußballer Sardar Azmoun ist im Iran wegen angeblichen unpatriotischen Verhaltens das Eigentum beschlagnahmt worden. Die Staatsanwaltschaft der Provinz Golestan im Nordosten des Landes geht derzeit gegen 16 mutmaßliche Unterstützer der USA und Israels im Krieg vor. Unter ihnen befindet sich laut dem Sportportal Varzesh3 auch der aus der Region stammende Azmoun, der von 2022 bis 2024 bei Bayer Leverkusen gespielt hatte.
Umfangreiche Beschlagnahmungen und sportliche Konsequenzen
Die Behörden beschlagnahmten neben mehreren Immobilien auch zahlreiche Pferde und mehrere Reiterhöfe des 31-Jährigen. Bereits in der vergangenen Woche war Azmoun aus dem Kader der iranischen Nationalmannschaft gestrichen worden. Medienberichten zufolge soll ein Foto auf seiner Instagram-Seite, das ihn mit führenden Politikern der Vereinigten Arabischen Emirate zeigt, der Auslöser für diese Maßnahmen gewesen sein.
Hintergrund dieser Entscheidung ist die Tatsache, dass die VAE ungewollt in den militärischen Konflikt zwischen Iran, den USA und Israel geraten sind. Weil sich dort US-Militärstützpunkte befinden, stuft der Iran die Emirate inzwischen als feindlich ein. Entsprechend wurde das Foto Azmouns als „Verrat gegen das Vaterland“ bewertet.
Staatliche Reaktion und politischer Kontext
Im staatlichen Sender IRIB hieß es dazu: „Solche Spieler brauchen wir nicht, denn Vaterlandsliebe steht über dem Fußball.“ Azmoun wechselte 2024 von Leverkusen nach Dubai und hatte in den vergangenen Jahren wiederholt Kritik am islamischen System im Iran geäußert. Beobachter vermuten daher, dass diese Kritik der eigentliche Grund für die Maßnahmen sei und das Foto lediglich als Vorwand diene.
Sollte der Iran trotz der politischen Spannungen an der WM teilnehmen, wäre der 91-malige Nationalspieler nach aktuellem Stand nicht dabei. Für ihn wurde bereits Mehdi Torabi nachnominiert, der in der iranischen Liga spielt und als äußerst regimetreu gilt. Azmoun selbst äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen und den Strafmaßnahmen.
Die Beschlagnahmeaktion zeigt, wie stark politische Konflikte das Leben von Sportlern beeinflussen können. Die iranischen Behörden demonstrieren mit dieser Maßnahme ihre strikte Haltung gegenüber vermeintlichen Regimekritikern.



