Deutsche Radsport-Hoffnung Lipowitz glänzt bei Katalonien-Rundfahrt
Nur 99 Tage vor dem Start der prestigeträchtigen Tour de France hat sich Florian Lipowitz in beeindruckender Frühform präsentiert. Bei der anspruchsvollen Katalonien-Rundfahrt entschied der deutsche Nachwuchsstar das interne Duell innerhalb seines Teams Red Bull klar für sich und belegte bei der Bergankunft auf dem legendären Coll de Pal einen starken vierten Platz.
Vingegaard dominiert erneut mit souveränem Sieg
Eine absolute Klasse für sich zeigte erneut der zweifache Tour-de-France-Champion Jonas Vingegaard. Der dänische Superstar, der erst kürzlich die Rundfahrt Paris-Nizza für sich entschieden hatte, triumphierte auf der 153,1 Kilometer langen Etappe mit einem deutlichen Vorsprung. Lipowitz erreichte das Ziel mit einem Rückstand von exakt 1:01 Minuten auf den überlegenen Sieger.
Knapp vor dem Deutschen platzierten sich der österreichische Fahrer Felix Gall mit 0:51 Minuten Rückstand und der zeitgleiche Franzose Lenny Martinez. Besonders bemerkenswert: Lipowitz distanzierte seinen hochkarätigen Teamkollegen Remco Evenepoel, den doppelten Olympiasieger aus Belgien, um satte 37 Sekunden.
Teaminterne Duellentscheidung mit Signalwirkung
Evenepoel, der zu Beginn dieses Jahres zum Red-Bull-Team gewechselt war, belegte als Sechster den Platz hinter Lipowitz. Auf dem extrem anspruchsvollen Schlussanstieg über 16,9 Kilometer mit einer durchschnittlichen Steigung von sieben Prozent konnte der Belgier nicht mit der Kraft des Deutschen mithalten. Diese Leistung gewinnt besondere Bedeutung, da für die anstehende Tour de France eine Doppelspitze aus Lipowitz und Evenepoel geplant ist, ohne dass zunächst eine klare Kapitänsrolle vorgesehen wäre.
In der Gesamtwertung der Katalonien-Rundfahrt verbesserte sich Florian Lipowitz durch seine starke Leistung auf den vierten Platz. Sein Rückstand auf den führenden Jonas Vingegaard beträgt nun 1:13 Minuten. Der Däne hat damit den Gesamtsieg der Rundfahrt fest im Blick, die am kommenden Sonntag in Barcelona ihren Abschluss finden wird.
Vingegaard: "Eine harte Etappe mit überraschend großem Vorsprung"
„Das war eine wirklich harte Etappe. Wir hatten einen klaren Plan und ich habe mich am letzten Anstieg ausgesprochen gut gefühlt“, kommentierte der siegreiche Vingegaard nach dem Rennen. Mit einem derart großen Vorsprung habe er allerdings nicht gerechnet. Noch steht dem Gesamtführenden eine anspruchsvolle Bergetappe am Samstag bevor: Die 158,2 Kilometer lange Strecke führt von Berga zum Santuari de Queralt.
„Ich liebe es einfach, große Rennen zu gewinnen. Diese Rundfahrt stellt eine ausgezeichnete Vorbereitung für alles dar, was später in dieser Saison noch auf mich zukommen wird“, betonte der zweimalige Tour-Champion mit Blick auf die kommenden Herausforderungen. Für Florian Lipowitz bedeutet die starke Platzierung unter den weltbesten Bergfahrern ein wichtiges Signal nur wenige Monate vor dem Höhepunkt der Radsportsaison.



