Iranische Fußballerinnen ändern Asylpläne
In einer überraschenden Wendung haben drei weitere Mitglieder der iranischen Frauen-Fußballnationalmannschaft ihre ursprünglich geplanten Asylanträge in Australien zurückgezogen. Nach Informationen iranischer Staatsmedien vom Samstag handelt es sich dabei um zwei Spielerinnen sowie eine Betreuerin des Teams, die sich nun auf dem Weg nach Malaysia befinden.
Hintergrund der Asylanträge
Die Situation hatte sich nach dem Vorrunden-Aus der Mannschaft bei der Asienmeisterschaft zugespitzt. Besondere Besorgnis gab es, weil das Team beim ersten Gruppenspiel gegen Südkorea mit 0:3 auf das Singen der iranischen Nationalhymne verzichtet hatte. Menschenrechtsorganisationen befürchteten daraufhin mögliche Repressalien nach einer Rückkehr in den Iran.
Insgesamt hatten sieben Mitglieder der Delegation Asyl in Australien beantragt und auch erhalten. Doch nun scheint sich die Lage zu verändern. Bereits zuvor hatte sich laut australischen Behörden eine erste Spielerin gegen einen dauerhaften Verbleib in Australien entschieden.
Aktuelle Entwicklungen
Der iranische staatliche Fernsehsender Irib berichtete detailliert über die neuesten Entwicklungen. Demnach haben "zwei Spielerinnen und ein Mitglied des Trainerstabs" der Nationalmannschaft ihren Asylantrag in Australien offiziell zurückgezogen. Der Sender veröffentlichte dazu ein Foto, das die drei Frauen offenbar kurz vor dem Einstieg in ein Flugzeug zeigt.
In Malaysia wartet der Großteil der Mannschaft bereits auf die Rückreise in den Iran. Die genauen Gründe für den Sinneswandel der drei Teammitglieder wurden nicht öffentlich gemacht. Die Entscheidung fällt in eine politisch sensible Zeit und wirft Fragen über den weiteren Umgang mit den zurückkehrenden Sportlerinnen auf.
Die iranische Frauen-Fußballnationalmannschaft steht seit längerem im Fokus internationaler Beobachter. Die jüngsten Ereignisse unterstreichen die komplexe Situation, in der sich Sportlerinnen aus dem Iran häufig befinden, wenn sie internationale Turniere bestreiten.



