Iranische Fußballerinnen feiern Asyl in Australien nach stillem Protest
Iranische Fußballerinnen feiern Asyl in Australien (14.03.2026)

Iranische Fußballerinnen feiern Asyl in Australien nach stillem Protest

Fünf iranische Fußballerinnen haben nach ihrer Asyl-Zusage in Australien einen emotionalen Neuanfang gefeiert. Die Athletinnen, die nach einem stillen Protest beim Asien Cup im Iran mit Verfolgung rechnen mussten, befinden sich nun an einem geheimen Ort in Brisbane. Australiens Innenminister Tony Burke überreichte ihnen persönlich die humanitären Visa und posierte mit ihnen für ein symbolträchtiges Foto.

Feier ohne Kopftuch und mit australischer Parole

Ohne Kopftuch und mit dem beliebten australischen Ruf „Aussie, Aussie, Aussie“ zeigten die Spielerinnen ihre Freude über die Entscheidung. Auf dem Bild sind Kapitänin Zahra Ghanbari (34), Fatemeh Pasandideh (21), Zahra Sarbali (32), Mona Hamoudi (32) und Atefeh Ramezanizadeh (33) mit einem Lächeln im Gesicht zu sehen. Hinter ihnen liegen bange Momente der Unsicherheit und des Zweifels, nachdem sie das Teamhotel an der Gold Coast unter Polizeischutz verlassen hatten.

Stiller Protest und politische Reaktionen

Das iranische Team hatte beim ersten Gruppenspiel des Asien Cups nach den Luftangriffen auf den Iran durch die USA und Israel während der Nationalhymne geschwiegen. Dieser stille Protest wurde als Zeichen gegen die iranischen Machthaber gewertet und führte zu Kritik im Heimatland. Sogar US-Präsident Donald Trump mischte sich ein und forderte von Australiens Premierminister Anthony Albanese Asyl für die Spielerinnen, da er bei einer Rückkehr „mit hoher Wahrscheinlichkeit getötet“ fürchtete.

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Emotionale Szenen und anhaltende Sorgen

Während der Rest des Teams Australien am späten Dienstagabend verließ, kam es zu emotionalen Szenen. Beobachter berichteten, dass eine Spielerin von einer Teamkollegin in den Bus gezerrt wurde, und Demonstranten versuchten, den Bus aus Sorge um die Frauen zu blockieren. Irans Sportminister Ahmad Donjamali sprach von einer „politischen Verschwörung“ und betonte, dass alle in Australien gebliebenen Spielerinnen jederzeit zurückkehren könnten.

Neuanfang unter großem Stress

Innenminister Burke erklärte, die Regierung habe bewusst nicht öffentlich über ihre Hilfsbemühungen gesprochen, um die Sicherheit der Spielerinnen nicht zu gefährden. „Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie schwer diese Entscheidung für jede einzelne Frau war“, sagte er. Migrationsberaterin Naghmeh Danai berichtete nach Gesprächen mit den Asylsuchenden, dass sie unter großem Stress standen und sich Sorgen um ihre Familien und ihr Vermögen im Iran machten.

Parallelen zur Männer-WM und internationale Reaktionen

Die Szenen in Australien erinnern an das Verhalten der iranischen Männer-Nationalmannschaft während der WM 2022 in Katar, die ebenfalls zunächst stumm blieb. Der iranische Fußballverband forderte eine Untersuchung von Trumps „direkter politischer Einmischung in den Fußball“, doch eine Reaktion des Weltverbands FIFA gilt als unwahrscheinlich. Premierminister Albanese betonte, viele Australier seien vom Schicksal der Spielerinnen bewegt und ermutigte weitere Teammitglieder, bei Bedarf Asyl zu beantragen.

Die fünf Fußballerinnen blicken nun einem neuen Leben in Australien entgegen, während die Sorge um den Rest des Teams und mögliche Konsequenzen im Iran weiterhin besteht. Ihre mutige Entscheidung unterstreicht die anhaltenden Spannungen zwischen sportlichem Engagement und politischem Druck in autoritären Regimen.

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