Neuanfang für iranische Fußballerinnen in Australien
Zwei iranische Nationalspielerinnen haben beim Brisbane Roar FC in Australien eine neue sportliche Heimat gefunden. Die Verteidigerin Atefeh Ramezanisadeh (33) und die Mittelfeldspielerin Fatemeh Pasandideh (21) trainieren ab sofort mit der A-League-Frauenmannschaft des Vereins. Auffällig bei den ersten Trainingseinheiten: Das iranische Zwangskopftuch ist nicht mehr zu sehen, stattdessen zeigen die Spielerinnen ein befreites Lachen und offensichtlich Spaß am Fußball.
Verein bietet Unterstützung ohne politische Bedingungen
Der Brisbane Roar FC hatte bereits während der dramatischen Ereignisse um die iranische Nationalmannschaft seine Hilfe angeboten. „Es wäre uns eine Ehre, unsere Türen zu öffnen und euch einen Ort zum Trainieren, Spielen und Dazugehören zu bieten. Keine Politik. Keine Bedingungen. Nur Fußball, Gemeinschaft und ein warmes Willkommen“, erklärte der Verein damals auf der Plattform X. Diese Zusage wurde nun eingelöst: Die beiden Spielerinnen wurden offiziell in den Trainingsanlagen des Vereins begrüßt und werden kontinuierlich unterstützt.
Hintergrund: Flucht vor politischem Druck
Diesem positiven Ausgang ging ein hochemotionales Drama voraus. Auslöser war die Weigerung des kompletten Teams der iranischen Fußball-Nationalspielerinnen, die Nationalhymne vor einem Spiel während des Asia Cups in Australien mitzusingen. Daraufhin übte das iranische Regime enormen Druck auf die Frauen aus. Am 8. März 2026 flohen fünf Spielerinnen aus dem Team-Hotel, zwei weitere folgten am 10. März kurz vor der geplanten Heimreise in den Iran.
Menschenrechtler berichteten, dass Familienmitglieder der Spielerinnen als Druckmittel eingesetzt wurden. Dieser lange Arm des Regimes erreichte sogar das Versteck der geflüchteten Frauen in Australien. Fünf der sieben Sportlerinnen gaben daraufhin ihre australischen Visa wieder auf und traten die Rückreise an. Ihr aktueller Aufenthaltsort ist Kuala Lumpur in Malaysia, ihre Zukunft im Iran bleibt ungewiss.
Perspektive für Ramezanisadeh und Pasandideh
Für Atefeh Ramezanisadeh und Fatemeh Pasandideh hat sich die Situation hingegen grundlegend verbessert. Sie müssen sich zumindest um ihre eigene Sicherheit keine Sorgen mehr machen und können sich voll auf den Fußball konzentrieren. Der Brisbane Roar FC integrierte die beiden Spielerinnen sofort in das Team – auf dem ersten gemeinsamen Foto wurden sie sogar in die Mitte der Mannschaft platziert.
Unter dem Motto „Sport verbindet“ bietet der Verein den Frauen nicht nur eine sportliche Perspektive, sondern auch eine neue Gemeinschaft. Nach den politischen Turbulenzen steht für Ramezanisadeh und Pasandideh nun tatsächlich wieder der Fußball im Mittelpunkt – frei von Zwang und politischen Vorgaben.



