Iranische Fußballerinnen in Gefahr: Stumme Proteste bei Spiel in Australien
Iranische Fußballerinnen: Stummer Protest, große Gefahr

Stummer Protest mit schwerwiegenden Folgen

Die iranische Frauenfußballnationalmannschaft hat mit einem mutigen, aber gefährlichen Akt international für Aufsehen gesorgt. Beim Spiel gegen Südkorea am 2. März im Gold Coast Stadium in Australien verweigerten die Spielerinnen demonstrativ das Salutieren und Mitsingen der iranischen Nationalhymne. Dieser stille Protest gegen das islamische Regime in Teheran könnte für die Athletinnen nun lebensbedrohliche Konsequenzen haben.

Harte Reaktionen aus dem Staatsfernsehen

Die Reaktion des Mullah-Regimes ließ nicht lange auf sich warten. Mohammad Reza Shahbazi, ein 39-jähriger Moderator des staatlichen Fernsehsenders IRIB, brandmarkte die Fußballerinnen öffentlich als „Kriegsverräterinnen“. In einer emotionalen Sendung erklärte er: „Lassen Sie mich nur eines sagen: Verräter in Kriegszeiten müssen strenger bestraft werden. Jeder, der unter Kriegsbedingungen gegen das Land vorgeht, muss strenger bestraft werden. Wie in diesem Fall, wo unsere Frauenfußballmannschaft die Nationalhymne nicht gesungen hat … Diese Leute müssen strenger bestraft werden.“

Hilferufe und Solidaritätsbekundungen

Nach ihrem letzten Spiel in Australien am Sonntag versammelten sich besorgte Aktivisten um den Team-Bus der Iranerinnen. Mit lauten Rufen wie „Lasst sie gehen“ und „Rettet unsere Mädchen“ versuchten sie, auf die prekäre Situation aufmerksam zu machen. Augenzeugen berichteten zudem, dass einige Spielerinnen diskrete Hilfezeichen mit ihren Händen gemacht hätten, was die Befürchtungen um ihre Sicherheit weiter verstärkte.

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Die internationale Gemeinschaft reagierte mit Besorgnis auf die Entwicklungen. Reza Pahlavi, Sohn des letzten Schahs von Iran, appellierte auf der Plattform X an die australische Regierung: „Ich fordere die australische Regierung auf, für ihre Sicherheit zu sorgen und ihnen jegliche notwendige Unterstützung zukommen zu lassen.“ Selbst die weltbekannte Autorin J.K. Rowling nutzte den Weltfrauentag, um sich für die Fußballerinnen einzusetzen: „Bitte beschützt diese jungen Frauen.“

Drohende Verfolgung im Heimatland

Die größte Sorge gilt nun der bevorstehenden Rückreise der Mannschaft in den Iran. Menschenrechtsaktivisten wie Zaki Haidari von Amnesty International warnen vor schwerwiegenden Konsequenzen: „Einige dieser Teammitglieder haben wahrscheinlich bereits Bedrohungen ihrer Familien erlebt. Wenn sie zurückgehen … wer weiß, welche Strafe sie erwartet?“ Haidari wies jedoch auch auf ein kleines Zeitfenster hin, in dem die Spielerinnen am Flughafen noch Asyl beantragen könnten.

Interessanterweise salutierten die Iranerinnen bei ihrem folgenden Spiel gegen die Philippinen am 8. März wieder während der Nationalhymne. Dies deutet stark darauf hin, dass bereits erheblicher Druck auf die Spielerinnen ausgeübt wurde, um weitere Proteste zu unterbinden.

Die Situation der iranischen Frauenfußballnationalmannschaft zeigt erneut, wie Sport und Politik im Iran untrennbar miteinander verbunden sind. Während die Spielerinnen mit ihrem mutigen Protest ein Zeichen setzten, müssen sie nun um ihre persönliche Sicherheit und Freiheit fürchten.

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