Iranischer Fußballstar Sardar Azmoun: Ex-Bundesliga-Profi wegen Vaterlandsverrats angeklagt
Der ehemalige Bundesliga-Star Sardar Azmoun (31) sieht sich im Iran mit schweren Vorwürfen konfrontiert. Nachdem er bereits aus dem Kader der iranischen Nationalmannschaft gestrichen wurde, ist nun sein Eigentum beschlagnahmt worden. Die Staatsanwaltschaft der Provinz Golestan im Nordosten des Landes wirft dem Fußballprofi Vaterlandsverrat vor.
Ermittlungen gegen mutmaßliche Unterstützer der USA und Israels
Laut Medienberichten geht die iranische Justiz derzeit gegen 16 mutmaßliche Unterstützer der USA und Israels im Krieg vor. Einer von ihnen ist Sardar Azmoun, der aus der Region Golestan stammt. Das Sportportal „Varzesh3“ berichtet, dass Azmoun in der Provinz neben mehreren Immobilien auch zahlreiche Pferde und mehrere Reiterhöfe besitzt, die nun beschlagnahmt wurden.
Auslöser: Ein Foto mit Politikern der Vereinigten Arabischen Emirate
Der Auslöser für die Ermittlungen soll ein Foto sein, das Azmoun auf Instagram gepostet hatte. Es zeigt ihn mit führenden Politikern der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Der Iran stuft die VAE als feindlich ein, da sich auf ihrem Territorium US‑Militärstützpunkte befinden. Dieses Foto diente offenbar als Anlass für die Anklage.
Staatlicher Sender diffamiert den Fußballstar
Im staatlichen iranischen TV-Sender IRIB wurde Azmoun öffentlich diffamiert. Es hieß: „Solche Spieler brauchen wir nicht, denn Vaterlandsliebe steht über dem Fußball.“ An seiner Stelle wurde Mehdi Torabi nachnominiert, ein Spieler der iranischen Liga, der als äußerst regimetreu gilt.
Hintergrund: Azmouns Kritik am islamischen Regime
Sardar Azmoun hatte in der Vergangenheit bereits mehrfach öffentlich Kritik am islamischen Regime im Iran geübt. Beobachter vermuten daher, dass diese Kritik der eigentliche Grund für die Maßnahmen ist und das Foto lediglich als Vorwand dient. Azmoun ist einer der größten Fußball-Stars des Iran mit 91 Länderspielen und 57 Toren. Von 2022 bis 2024 stand er bei Bayer Leverkusen unter Vertrag und spielt seit 2024 beim Dubai-Klub Shabab Al-Ahli.
Die Situation zeigt, wie politische Konflikte auch den Sport erfassen können. Azmouns Fall unterstreicht die prekäre Lage von Sportlern, die in autoritären Regimen leben oder aus ihnen stammen. Die Beschlagnahmung seines Eigentums markiert eine weitere Eskalation in diesem Konflikt.



