Italien vor historischem WM-Aus: Gattusos Squadra Azzurra kämpft um Qualifikation
Italien droht drittes WM-Aus nacheinander - Entscheidung naht

Historische Krise im italienischen Fußball: Drittes WM-Aus in Folge droht

Die italienische Fußballnationalmannschaft steht vor einer beispiellosen sportlichen Krise. Nachdem die Squadra Azzurra bereits die Weltmeisterschaften 2018 und 2022 verpasste, droht nun das dritte Aus in Folge. Bei der kommenden XXL-WM in den USA, Kanada und Mexiko mit 48 teilnehmenden Mannschaften könnte der viermalige Weltmeister erneut fehlen – eine Vorstellung, die für die stolze Fußballnation unerträglich erscheint.

Gattuso versucht Gelassenheit vor entscheidenden Playoffs

Nationaltrainer Gennaro Gattuso, selbst Weltmeister von 2006, gibt sich vor dem Halbfinal-Showdown gegen Nordirland betont entspannt. „Jeder weiß, was für uns auf dem Spiel steht und wie wichtig dieses Spiel für uns ist. Wir tun, was wir tun müssen, mit großer Gelassenheit“, erklärte der 48-Jährige im Trainingslager in Florenz. Trotz der angespannten Stimmung in der italienischen Öffentlichkeit versucht Gattuso, seine Spieler zu stärken: „Diese Spieler sind keine Anfänger. Sie haben viel gewonnen, sowohl im Verein als auch in der Nationalmannschaft. Ich glaube fest an diese Mannschaft.“

Angespannte Stimmung bei Fans und Verantwortlichen

Die italienischen Fans zeigen sich zunehmend ungeduldig. Bereits während der Gruppenphase sahen sich die Nationalspieler mehrfach heftigen Unmutsbekundungen ausgesetzt. Nach der demütigenden 1:4-Niederlage gegen Gruppensieger Norwegen bat Gattuso sogar öffentlich um Verzeihung. Italiens Sportminister Andrea Abodi brachte die nationale Bedeutung des Problems auf den Punkt: „Für Generationen von Italienern war die Weltmeisterschaft die Zeit, in der das Land zusammenkam und unsere Flagge schwenkte. Unser Nationalgefühl geht heute über den Fußball hinaus, aber es wäre trotzdem schön, diese Emotionen mit jüngeren Fans zu teilen.“

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Historische Negativserie und strukturelle Probleme

Die letzten WM-Erfahrungen Italiens sind durchweg negativ:

  • Das letzte WM-Spiel fand am 24. Juni 2014 mit einer 0:1-Niederlage gegen Uruguay statt
  • 2018 scheiterte Italien in den Playoffs an Schweden
  • 2022 bedeutete eine Niederlage gegen Nordmazedonien das Aus

Lediglich der überraschende EM-Titel 2021 unterbrach diese Negativserie kurzzeitig. Die anhaltende Krise hat inzwischen Diskussionen über grundlegende strukturelle Probleme des italienischen Fußballs ausgelöst. Verbandspräsident Gabriele Gravina kündigte ein neues Nachwuchskonzept an und kritisierte die bisherige Ausrichtung: „Aus meiner Sicht wird bislang zu viel Wert auf Taktik gelegt. Man müsse sich von defensiven Herangehensweisen lösen, bei denen das 'Gewinnen um jeden Preis' im Vordergrund steht.“

Der Weg zur möglichen WM-Qualifikation

Italiens Weg zur WM 2026 führt über zwei entscheidende Playoff-Spiele:

  1. Halbfinale gegen Nordirland am Donnerstag in Bergamo
  2. Bei Sieg: Finale gegen Wales oder Bosnien-Herzegowina am kommenden Dienstag

Die Statistik spricht für Italien: Seit 1958 hat die Squadra Azzurra kein Spiel gegen Nordirland mehr verloren. In den letzten sieben Begegnungen blieb die italienische Mannschaft sogar ohne Gegentor. Sollte die Qualifikation gelingen, würde Italien in der WM-Gruppe B auf Kanada, Katar und die Schweiz treffen.

Doch die historische Dimension der aktuellen Situation ist allen Beteiligten bewusst. Eine ganze Generation italienischer Kinder hat noch nie ein WM-Spiel ihrer Nationalmannschaft erlebt. Der Sportminister spricht von einem „Zyklen-Problem, das im Fußball schon viel zu lange andauert“. Die kommenden Tage werden zeigen, ob Gattusos Mannschaft diese Negativspirale durchbrechen kann oder ob Italien tatsächlich zum dritten Mal nacheinander eine Weltmeisterschaft verpassen wird.

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