Italiens WM-Trauma setzt sich fort: Dritte verpasste Qualifikation in Folge
Der viermalige Fußball-Weltmeister Italien hat erneut eine schwere Enttäuschung erlebt. Im entscheidenden Playoff-Spiel um die Teilnahme an der WM 2026 unterlag die Squadra Azzurra Bosnien-Herzegowina mit 1:4 im dramatischen Elfmeterschießen. Nach 120 Minuten hatte es 1:1 (1:1, 1:0) gestanden, doch im entscheidenden Moment vom Punkt zeigten die Bosnier die stärkeren Nerven.
Dramatisches Elfmeterschießen entscheidet das Schicksal
Francesco Pio Esposito und Bryan Cristante vergaben für die Italiener unter Nationaltrainer Gennaro Gattuso ihre entscheidenden Strafstöße. Ein weiterer Faktor für die Niederlage war der frühe Platzverweis für Alessandro Bastoni in der 41. Minute, der als letzter Mann Amar Memic vom tschechischen Erstligisten Viktoria Pilsen kurz vor dem Strafraum zu Fall brachte.
Die Italiener waren zunächst durch Moise Kean von der AC Florenz in der 15. Minute in Führung gegangen, der einen Fehler von Bosniens Torhüter Nikola Vasilj vom FC St. Pauli ausnutzte. Doch Haris Tabakovic von Borussia Mönchengladbach gelang in der 79. Minute der verdiente Ausgleich für die überlegenen Gastgeber.
Historischer Erfolg für Bosnien-Herzegowina
Für Bosnien-Herzegowina bedeutet dieser Sieg den zweiten Einzug in eine WM-Endrunde nach der Teilnahme 2014 in Brasilien. Damals waren auch die Italiener zum letzten Mal bei einem Weltmeisterschaftsturnier vertreten. Unter Trainer Sergej Barbarez trifft die Mannschaft nun in der Vorrundengruppe B auf Co-Gastgeber Kanada, die Schweiz und Katar.
Edin Dzeko, der erfahrene Stürmer von Schalke 04, war einer der Schlüsselspieler für den Erfolg der „Drachen“. Bei ihrer WM-Premiere vor zwölf Jahren waren die Bosnier als Vorrunden-Dritte hinter Argentinien und Nigeria ausgeschieden.
Italiens düstere WM-Bilanz setzt sich fort
Das Scheitern markiert die dritte verpasste WM-Qualifikation in Folge für Italien. Nach dem Vorrunden-Aus 2014 in Brasilien – damals als Dritter hinter Costa Rica und Uruguay – folgten 2018 das Relegations-Aus gegen Schweden und 2022 das Playoff-Scheitern gegen Nordmazedonien. Der Gewinn der Europameisterschaft 2021 bleibt der einzige Lichtblick in dieser dunklen Phase des italienischen Fußballs.
Im Bilino Polje Stadion von Zenica hatten die Bosnier nach dem Ausgleich und besonders nach Bastonis Platzverweis die klar besseren Chancen. Nikola Katic von Schalke 04 und Ermedin Demirovic vom VfB Stuttgart brachten die italienische Abwehr wiederholt in Bedrängnis. Italien konzentrierte sich in der Folge auf defensive Solidarität und hoffte auf Konter, wobei Kean in der 60. Minute bei einem Sprint über das halbe Feld beinahe zum erneuten Führungstreffer kam.
Neben Bosnien-Herzegowina sicherten sich am Dienstagabend auch Schweden, die Türkei und Tschechien ihre Tickets für die WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada. Für Italien hingegen beginnt erneut eine Phase der Analyse und des Neuaufbaus, während die Fans auf bessere Zeiten hoffen müssen.



