Italiens Triple-Scheitern perfekt: WM-Aus in Bosnien nach dramatischem Elfmeter-Debakel
Das Triple des Scheiterns ist vollendet: Der viermalige Fußball-Weltmeister Italien hat sich erneut nicht für eine Weltmeisterschaft qualifizieren können und muss beim XXL-Turnier 2026 in Nordamerika zuschauen. Das Team von Trainer Gennaro Gattuso verlor in Bosnien-Herzegowina trotz früher Führung mit 1:4 im Elfmeterschießen, nachdem die reguläre Spielzeit 1:1 geendet hatte.
Dramatischer Abend in Zenica
Die Squadra Azzurra spielte nach einer Roten Karte gegen Alessandro Bastoni in der 41. Minute lange in Unterzahl und konnte sich trotz eines frühen Führungstores von Moise Kean (15. Minute) nicht behaupten. Beim entscheidenden Elfmeterschießen vergaben gleich zwei der drei italienischen Schützen, was das endgültige Aus bedeutete.
Historische Serie des Scheiterns: Nach dem WM-Aus gegen Schweden 2018 und der Blamage gegen Nordmazedonien 2022 wird nun auch der Abend in Zenica unrühmlich in Italiens Fußballgeschichte eingehen. Bosnien-Herzegowina, angeführt vom verletzten Edin Dzeko, feierte dagegen einen emotionalen Triumph über den klaren Favoriten.
Spielverlauf und entscheidende Momente
Italien hatte zunächst durch einen groben Patzer von St.-Pauli-Torwart Nikola Vasilj profitiert, dessen missglücktes Zuspiel Keans Führungstor ermöglichte. Anschließend zog sich die Mannschaft jedoch immer mehr zurück, spielte nur noch defensiv und schoss in der regulären Spielzeit lediglich zweimal auf das bosnische Tor.
Der Ausgleich fiel durch Haris Tabakovic (79.) von Borussia Mönchengladbach, bevor das Elfmeterschießen alle italienischen WM-Träume zerstörte. Francesco Esposito und Bryan Cristante verschossen vom Punkt, während Bosnien-Herzegowina zum zweiten Mal nach 2014 bei einer Weltmeisterschaft dabei ist.
Weitere europäische Qualifikationsdramen
Neben Italien schafften auf den letzten Drücker auch die Türkei (1:0 gegen Kosovo), Tschechien (3:1 im Elfmeterschießen gegen Dänemark) und Schweden (3:2 gegen Polen) den Sprung zum XXL-Turnier. Überraschend scheiterten die Dänen, die im Elfmeterschießen gleich drei Strafstöße vergaben.
Besondere Dramatik herrschte im schwedisch-polnischen Duell, wo sich Schweden dank Toren von Anthony Elanga, Gustaf Lagerbielke und Viktor Gyökeres durchsetzte. Für Polens Starstürmer Robert Lewandowski, der mit Gesichtsmaske spielte, könnte dies die letzte Chance auf eine WM-Teilnahme gewesen sein.
Abschluss der europäischen Qualifikation
Damit stehen 46 der 48 Teilnehmer für das Turnier vom 11. Juni bis 19. Juli in den USA, Mexiko und Kanada fest. Zwei weitere Plätze werden in interkontinentalen Playoffs vergeben. Neben der deutschen Nationalmannschaft hatten sich bereits zahlreiche europäische Top-Teams direkt qualifiziert, darunter Europameister Spanien, Frankreich, England und Portugal.
Italiens Fußballnation muss dagegen erneut eine schmerzhafte Pause bei der Weltmeisterschaft hinnehmen – eine historische Serie des Scheiterns, die nun mit dem Debakel in Bosnien ihre traurige Vollendung fand.



