Italiens WM-Fluch setzt sich fort: Bosnien triumphiert im Elfmeterschießen
Die nächste schmerzhafte Niederlage für den vierfachen Weltmeister Italien! Die Squadra Azzurra verpasst zum dritten Mal in Folge die Qualifikation für eine Fußball-Weltmeisterschaft. In den dramatischen WM-Playoffs unterlag das Team von Trainer Luciano Spalletti dem Aufsteiger Bosnien mit 2:5 im Elfmeterschießen nach einem 1:1 nach Verlängerung.
Dramatisches Elfmeterschießen entscheidet das Schicksal
In einem atemberaubenden Finale der Playoff-Partie versagten gleich zwei italienische Schützen von der Elfmeterpunkt. Cristante und Esposito verschossen ihre entscheidenden Strafstöße, während alle bosnischen Schützen kühl blieben und trafen. Der erfahrene Sergej Barbarez (54) führt damit die bosnische Nationalmannschaft nach 2014 zur zweiten WM-Teilnahme in der Geschichte des Landes.
Frühe Führung und bitterer Ausgleich
Italien hatte die Partie zunächst vielversprechend begonnen und profitierte bereits in der 15. Minute von einem folgenschweren Fehler des bosnischen Torwarts Nikola Vasilj. Der St. Pauli-Keeper passte im Spielaufbau unglücklich in die Füße von Barella, der den Ball sofort an Stürmer Kean weiterleitete. Dieser schlenzte das Leder herrlich mit rechts in die rechte Ecke – 1:0 mit dem ersten Schuss aufs Tor.
Doch die frühe Führung konnte nicht über die gesamte Spielzeit gehalten werden. Nach einer roten Karte gegen Bastoni in der 41. Minute wegen einer Notbremse musste Italien fast eine Stunde in Unterzahl spielen. Torwart Gianluigi Donnarumma zeigte zwar mehrere Glanzparaden gegen die in Deutschland aktiven Stürmer Demirovic (VfB Stuttgart) und Katic (FC Schalke), war in der 79. Minute jedoch chancenlos.
Dzeko (FC Schalke) köpfte eine Flanke aus kurzer Distanz aufs Tor, Donnarumma konnte den Ball zwar noch abwehren, doch Tabakovic (Borussia Mönchengladbach) drückte den Abpraller über die Linie zum 1:1-Ausgleich. Bosnien dominierte auch in der Verlängerung klar und kam insgesamt auf 30 Torschüsse, während Italien nur neun Versuche vorweisen konnte.
Historische Negativserie für italienischen Fußball
Kaum zu glauben, aber wahr: Italien war zuletzt 2010 bei einer WM dabei und schied damals bereits in der Vorrunde aus. Seitdem verfolgt die Squadra Azzurra ein unheimlicher WM-Fluch. Bereits 2018 scheiterte das Team in den Playoffs an Schweden, 2022 folgte das Aus gegen Nordmazedonien. Nun setzt Bosnien diese beispiellose Negativserie fort.
Besonders bemerkenswert: Im bosnischen Kader stehen gleich sechs Legionäre, die bei deutschen Fußballklubs unter Vertrag stehen und ihr Geld verdienen. Diese internationale Erfahrung zahlte sich in der entscheidenden Phase des Spiels aus.
Für den italienischen Fußball bedeutet diese Niederlage einen weiteren Tiefpunkt. Nach dem EM-Titel 2021 und der verpassten WM-Qualifikation 2022 steht nun erneut eine schmerzhafte Zäsur an. Die Frage nach strukturellen Problemen im italienischen Fußball wird mit dieser Niederlage erneut laut.



