Panenka-Geheimnis gelüftet: 1860-Kapitän Jacobsen plant Elfmeter Tage im Voraus
Ein lupenreiner Panenka-Elfmeter, ein überraschendes Strafstoß-Geheimnis und eine „coole Socke“ – der TSV 1860 München feierte einen knappen 1:0-Heimsieg gegen den FC Hansa Rostock, der vor allem durch die ungewöhnliche Anekdote um Matchwinner Thore Jacobsen in Erinnerung bleiben wird. Der Kapitän und Standard-Schütze der Sechzger offenbarte nach dem Spiel, dass er seine Elfmeter-Ausführung nicht spontan entscheidet, sondern bereits Tage vor dem Anpfiff plant.
Der entscheidende Moment: Ein lupenreiner Chip als Matchwinner
In einem packenden, aber chancenarmen Drittliga-Kracher am 24. Spieltag zeigte Schiedsrichter Luca Jürgensen in der 47. Minute auf den Punkt – eine umstrittene Entscheidung, die bei den Traditionsvereinen völlig unterschiedliche Reaktionen hervorrief. Nur eine Minute später verwandelte der rotzfreche und selbstbewusste Sechzger-Kapitän Thore Jacobsen den fälligen Strafstoß mit einem gekonnten Lupfer in hohem Bogen ins Tor. „Es war schön, dass es geklappt hat“, kommentierte der 28-jährige Abräumer und sechsfache Saisontorschütze des TSV nach dem Spiel bei Magentasport.
Panenka-Thore verriet hinterher am Mikrofon: „Bei mir ist es so, dass ich meistens schon ein paar Tage vorher weiß, wie ich einen Elfmeter schieße.“ Auf die Frage, wann er sich Gedanken über die Ausführung mache, antwortete Jacobsen: „Ich lege mich relativ fest und ziehe das Ding meistens durch.“ Hansa-Keeper Benjamin Uphoff warf sich in die Ecke, während der Ball sanft über ihn hinweg ins Netz segelte – eine mutige und eiskalte Entscheidung, die sich auszahlte.
Die Planung hinter dem Elfmeter-Geheimnis
Jacobsens Elfmeter-Geheimnis beginnt mit einer gründlichen Vorbereitung. „Wir kriegen im Vorfeld ja Informationen über den gegnerischen Torwart, sehen uns die letzten Elfmeter an und gucken, was passen könnte“, erklärte der Kapitän. Im Falle von Rostocks Schlussmann Benjamin Uphoff schien der Panenka-Elfmeter – benannt nach dem tschechoslowakischen Deutschland-Schreck der EM 1976, Antonín Panenka, der damit Torwart-Legende Sepp Maier besiegte – die perfekte Wahl zu sein.
Cheftrainer Markus Kauczinski zeigte sich beeindruckt von der Verantwortungsbereitschaft seines Spielführers. „Die Verantwortung liegt beim Spieler“, betonte der 56-Jährige auf AZ-Nachfrage über etwaige Elfmeterabsprachen. „Wenn er sich gut fühlt und meint, er muss ihn so machen, dann muss er ihn so machen.“ Kauczinski ließ zwar durchblicken, dass ihm ein Schuss in die Ecke lieber wäre, falls der Keeper stehen bleibe, gestand Jacobsen aber die nötigen Qualitäten zu: „Thore hat das schon im Blick, das muss man schon sagen – da ist er eine coole Socke.“
Lob von den Kollegen: Eine coole Socke mit Verantwortungsbewusstsein
Auch die Mitspieler waren voll des Lobes für ihren Kapitän. Verteidiger Siemen Voet schwärmte: „Thore hat diese Aura – ganz einfach, ganz locker so ein kleiner Chip in einem so wichtigen Moment. Das macht er gut, unser Kapitän: Er übernimmt Verantwortung und macht das Tor.“ Kollege Tim Danhof stimmte ein: „Ich habe mich sehr gefreut. Bei ihm weiß man ja, dass er einen super Fuß hat und vom Punkt sicher ist.“
Der Lohn für den Sieg: Der TSV 1860 München (39 Punkte) rückte der geschlagenen Hansa-Kogge (40 Punkte) auf die Pelle und verkürzte auch den Rückstand auf einige Spitzenteams. Zwar blieb der Abstand zur Tabellenspitze unverändert bei neun Zählern auf Rang eins und sieben auf Relegationsplatz drei, doch der Sieg stärkte das Selbstvertrauen der Mannschaft. Eine coole Socke eben, dieser Panenka-Thore, der mit seinem Elfmeter-Geheimnis nicht nur den Sieg sicherte, sondern auch für eine spannende Fußball-Geschichte sorgte.



