Jugendschutz im Fußball: Darf Bayerns 16-jähriger Torwart Prescott um 21 Uhr spielen?
Jugendschutz: Darf Bayerns 16-jähriger Prescott um 21 Uhr spielen?

Jugendschutz im Profifußball: Die Ausnahmeregelung für Bayerns Torwart-Talent

Darf ein 16-Jähriger um 21 Uhr in einem Champions-League-Spiel antreten? Diese Frage stellt sich beim FC Bayern München, wo das Torwart-Talent Leonard Prescott (16) möglicherweise im Rückspiel gegen Atalanta Bergamio eingesetzt werden muss. Das deutsche Jugendarbeitsschutzgesetz sieht eigentlich vor, dass Jugendliche unter 18 Jahren nach 20 Uhr nicht arbeiten dürfen.

Die rechtliche Grundlage für Spät-Einsätze

Für Sportler gilt jedoch eine spezielle Ausnahmeregelung. Seit 2021 erlaubt Paragraph 7 des Jugendarbeitsschutzgesetz Jugendlichen unter 18 Jahren, bei Sportveranstaltungen bis 23 Uhr tätig zu sein. Sollte ein Spiel länger dauern, wäre eine Sondergenehmigung erforderlich. Wichtig ist zudem, dass nach dem Einsatz eine ununterbrochene Freizeit von mindestens 14 Stunden gewährt werden muss.

Diese Regelung kam bereits während der EM 2024 zum Tragen, als der damals 16-jährige spanische Superstar Lamine Yamal eine Ausnahmegenehmigung benötigte. Für Prescott würde nun dieselbe Sonderregelung greifen, falls er tatsächlich zum Einsatz kommen sollte.

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Bayerns Torwart-Notstand spitzt sich zu

Die Situation beim FC Bayern ist angespannt. Beim 1:1 in Leverkusen fielen gleich drei Torhüter aus: Nummer 1 Manuel Neuer (39) erlitt einen Faserriss in der linken Wade, Nummer 2 Jonas Urbig (22) zog sich eine Gehirnerschütterung zu, und auch Ersatzmann Sven Ulreich (37) verletzte sich mit einem Muskelbündelriss, der ihn für etwa sechs Wochen außer Gefecht setzt.

Trainer Vincent Kompany (39) kündigte an, dass Neuer erst nach der Länderspielpause beim Auswärtsspiel in Freiburg am 4. April zurückkehren soll. Bei Urbig gibt es hingegen Hoffnung: Nach dem DFL-Protokoll für Kopfverletzungen könnte er möglicherweise bereits am Mittwoch wieder spielen. Ulreich äußerte sich optimistisch: „Ich glaube Jonas ist auf einem guten Weg, vielleicht kann er am Mittwoch gegen Bergamo schon wieder spielen.“

Historischer Rekord in Aussicht

Sollte Prescott tatsächlich zum Einsatz kommen, würde er sich einen besonderen Platz in den Bayern-Annalen sichern. Mit 16 Jahren und 176 Tagen wäre der 1,96 Meter große Torwart der mit Abstand jüngste Torhüter, der je in einem Pflichtspiel des FC Bayern seit 1963 zwischen den Pfosten stand.

Der bisherige Rekordhalter ist Sven Scheuer, der im Europapokal der Landesmeister 1989/90 gegen die Glasgow Rangers im Alter von 18 Jahren und 237 Tagen debütierte. Prescott wäre zudem der 25. Bayern-Spieler, der unter 18 Jahren sein Debüt gibt, und der zweitjüngste Spieler der Klubgeschichte nach Paul Wanner, der mit 16 Jahren und 15 Tagen antrat.

Die Entscheidung über den Torwart-Einsatz soll am Montag intern getroffen werden. Prescott wird auf jeden Fall im Kader stehen – ob auf der Bank oder zwischen den Pfosten, bleibt abzuwarten. Die besondere Situation zeigt, wie der Profisport mit den gesetzlichen Jugendschutzbestimmungen umgeht und welche Ausnahmeregelungen für Spitzensportler gelten.

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