Nagelsmann muss Kader umbauen: Stuttgarter Duo ersetzt verletzte Mittelfeldspieler
Bundestrainer Julian Nagelsmann steht vor den entscheidenden WM-Testspielen gegen die Schweiz und Ghana vor einer unerwarteten Herausforderung im zentralen Mittelfeld. Gleich zwei Schlüsselspieler müssen verletzungsbedingt passen: Aleksandar Pavlovic vom FC Bayern München und Felix Nmecha von Borussia Dortmund. Als Reaktion auf diesen Doppelausfall hat Nagelsmann kurzfristig die beiden Stuttgarter Spieler Angelo Stiller und Chris Führich in den 26-köpfigen Kader der deutschen Fußballnationalmannschaft nachnominiert.
Verletzungen zwingen zu Planänderungen
Die Ausfälle wiegen besonders schwer, da beide Spieler zentrale Rollen in Nagelsmanns Taktikplanungen eingenommen hätten. Pavlovic leidet unter anhaltenden Hüftbeschwerden und muss in München bleiben, während Nmecha sich eine Außenbandverletzung im Knie zugezogen hat. Nach Angaben des BVB wird der Dortmunder Mittelfeldspieler mehrere Wochen pausieren müssen. Ursprünglich war Pavlovic als Startelfspieler für die defensive Sechserposition vorgesehen, während Nmecha mit Leon Goretzka um den offensiveren Part im zentralen Mittelfeld konkurrieren sollte.
Stiller: Vom Nicht-Berücksichtigten zur Startelf-Option
Die Nachnominierung von Angelo Stiller stellt eine besondere Wendung dar. Noch bei der ursprünglichen Kaderbekanntgabe hatte Nagelsmann den 24-Jährigen nicht berücksichtigt und dies damit begründet, dass er Stiller nicht „in der Startelf“ sehe und dieser für die Rolle als Backup von Pavlovic nicht geeignet sei. Nun könnte der Stuttgarter sogar in die Startformation rücken. „Wenn der Nationaltrainer eine Begründung hat, dann wird sie immer stimmen“, kommentierte Stiller nach dem 5:2-Sieg des VfB Stuttgart beim FC Augsburg die ursprüngliche Nichtberücksichtigung. „Er hat einen Plan. Er weiß, wie er spielen will. Er hat seine Idee.“
Führich kehrt in Nationalmannschaft zurück
Auch Chris Führich feiert sein Comeback in der DFB-Auswahl nach längerer Abwesenheit. Der 28-jährige Flügelspieler, der bereits bei der Heim-EM 2024 zum Aufgebot gehörte, bringt offensive Qualitäten mit. Bei der ursprünglichen Kaderpräsentation am Donnerstag hatte Nagelsmann bereits angedeutet, dass Führich „in der Verlosung“ sei und in Stuttgart wieder eine „sehr, sehr gute Rolle“ spiele. Neben den beiden Neunominierten stehen Nagelsmann mit den DFB-Rückkehrern Pascal Groß und Anton Stach zwei weitere defensiv orientierte Sechser zur Verfügung.
Vorbereitung auf WM-Testspiele
Das Nationalteam versammelt sich am Montag im Teamquartier in Herzogenaurach, bevor es am Donnerstag nach Basel weiterreist. Dort findet am Freitagabend (20.45 Uhr, RTL) das erste Länderspiel im WM-Jahr gegen die Schweiz statt. Anschließend geht es für das Team weiter nach Stuttgart, wo am Montag das Testspiel gegen Ghana auf dem Programm steht. Für Nagelsmann bieten die beiden Partien die letzte Gelegenheit, vor der Weltmeisterschaft verschiedene Spielerkonstellationen zu testen und die taktische Ausrichtung zu verfeinern.



