Nürnbergs Problemzone Rechts: Die Suche nach einer Lösung
Beim 1. FC Nürnberg drückt aktuell besonders auf der rechten Abwehrseite der Schuh. Die jüngste Niederlage in Paderborn mit einem Endstand von 1:2 offenbarte deutliche Schwächen in dieser Position. Beide Gegentore entstanden über genau diese Flanke, was die angespannte Personalsituation des Clubs unterstreicht.
Personalknappheit zwingt zu ungewöhnlichen Lösungen
Eigengewächs Tim Janisch präsentierte sich in Paderborn erneut formschwach und musste nach einer durchwachsenen ersten Halbzeit sowie einer gelben Karte zur Pause in der Kabine bleiben. Die Alternative Henri Koudossou, eine Leihgabe vom FC Augsburg, ist nach einem Bänderriss im Sprunggelenk noch immer nicht vollständig einsatzbereit. Zudem fehlt seit dem Winter-Transfer Tim Drexler, der zu RB Salzburg gewechselt ist.
Diese angespannte Situation führte zu ungewöhnlichen taktischen Entscheidungen von Trainer Miroslav Klose. In Paderborn mussten Mittelfeldstratege Adam Markhiev und sogar Stürmer Mohamed Ali Zoma auf der rechten Abwehrseite aushelfen – eine Notlösung, die die Problematik deutlich machte.
Justin von der Hitz: Das wartende Talent
Umso erstaunlicher war, dass Klose in dieser Situation auf Youngster Justin von der Hitz verzichtete. Der 19-jährige U17-Weltmeister fehlte nicht nur im Profiaufgebot, sondern spielte auch nicht beim U23-Testspiel in Wien gegen First Vienna, das mit 2:3 verloren ging.
Dabei hatte Klose den jungen Abwehrspieler zuletzt öffentlich für seine Trainingsleistungen gelobt. Auf Nachfrage erklärte der Trainer: „Er klopft an die Tür und ist jetzt nah dran. Und das will ich auch. Ich hoffe, dass er jetzt eine gute Trainingswoche hat, und dann müssen wir wieder von Neuem entscheiden.“
Die Chance winkt gegen Karlsruhe
Inzwischen hat Klose seine Einschätzung bekräftigt und die Einsatzwahrscheinlichkeit für von der Hitz erneuert: „Ich habe seit einer Woche, zehn Tagen, das Gefühl, dass Justin es echt gut macht und gute Varianten hat. Ich habe kein Problem damit, ihn reinzuschmeißen.“
Damit könnte dem Talent am Freitag um 18:30 Uhr gegen Karlsruhe endlich das lang ersehnte Profi-Debüt beim FCN winken. Bislang stand von der Hitz in dieser Saison lediglich fünfmal im Kader, zuletzt bei der Niederlage im Dezember auf Schalke mit 0:1.
Die Situation wird zusätzlich dadurch verschärft, dass Neuzugang Rabby Nzingoula für Klose keine echte Option auf der rechten Abwehrseite darstellt. Der Trainer begründet dies: „Ich habe ihn auch schon zweimal ausprobiert, aber ich glaube, dass er diese Achterposition besetzt, weil wir dort diese Tiefenläufe brauchen.“
Die kommenden Tage werden zeigen, ob Justin von der Hitz seine Chance nutzen kann und die Problemzone rechts beim 1. FC Nürnberg nachhaltig stabilisiert.



