Oliver Kahn kritisiert Hoeneß und Rummenigge: Bayern-Aufstellung im Schneckentempo
Kahn wirft Bayern-Bossen Schneckentempo vor

Kahn attackiert Bayern-Legenden: "Das Ganze zieht sich viele Jahre hin"

Der ehemalige Torwart-Titan und Ex-Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München, Oliver Kahn (56), hat in einem TV-Auftritt deutliche Kritik an den langjährigen Bayern-Bossen Uli Hoeneß (74) und Karl-Heinz Rummenigge (70) geäußert. In der Sky-Sendung "Triple – der Hagedorn-Fußballtalk" warf Kahn den beiden Vereinslegenden vor, den angekündigten Rückzug unnötig in die Länge zu ziehen.

"Gefunden hat man scheinbar immer noch niemanden"

"Man hört dann: 'Wir werden uns irgendwann zurückziehen, wenn die richtigen Leute gefunden sind.' Das Ganze zieht sich jetzt viele, viele Jahre hin. Und gefunden hat man ja jetzt scheinbar immer noch niemanden", kritisierte Kahn die beiden ehemaligen Bayern-Spitzenmanager. Hoeneß hatte in der Vergangenheit stets betont, sich komplett zurückzuziehen, sobald eine Nachfolge nach seinen Vorstellungen bereitstünde.

Die Machtzentrale des deutschen Rekordmeisters wird weiterhin von Hoeneß und Rummenigge dominiert, die beide weiterhin im Aufsichtsrat des Vereins sitzen. Zudem bekleidet Hoeneß das Amt des Ehrenpräsidenten. Kahn selbst war von Januar 2020 bis Juni 2021 Vorstandsmitglied beim FC Bayern und übernahm ab Juli 2021 die Position des heutigen Vorstandsvorsitzenden Jan-Christian Dreesen (58).

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Neuaufstellung im "Schneckentempo"

Besonders hart geht Kahn mit der aktuellen Neuaufstellung beim FC Bayern ins Gericht: "Was ich im Moment von außen sehe: Es ist ein neuer Vorstand gekommen, auch im Marketing-Bereich. Da hat man jetzt einen Schritt nach vorne gemacht. Aber ansonsten bewegt sich das Ganze, was eine Neuaufstellung anbelangt, immer noch im Schneckentempo."

Tatsächlich haben die Bayern seit Januar mit Rouven Kasper (44), der vom VfB Stuttgart wechselte, einen neuen Marketingvorstand verpflichtet. Für Kahn reichen diese Maßnahmen bei weitem nicht aus, um den notwendigen personellen Wandel voranzutreiben.

Vorgeschichte: Das gespannte Verhältnis

Die Beziehung zwischen Kahn und den Bayern-Legenden ist seit seiner Entlassung im Mai 2023 angespannt. Trotz des Gewinns der elften deutschen Meisterschaft in Folge wurde der ehemalige Weltklasse-Torwart nach nicht einmal zwei Jahren als CEO entlassen – gemeinsam mit dem damaligen Sportvorstand Hasan Salihamidžić (49). Kahn durfte am letzten Bundesliga-Spieltag nicht einmal mehr ins Stadion.

Im Oktober 2023 eskalierte der Konflikt öffentlich, als Hoeneß in der TV-Sendung "BR24 Wahl – Der Sonntags-Stammtisch" erklärte: "Die Berufung von Oliver Kahn als Vorstandsvorsitzender war ein großer Fehler. Und ich als erkannt habe, dass er das nicht kann, dann habe ich mit Karl-Heinz Rummenigge besprochen und das geändert." Kahn konterte damals in der BILD-Zeitung: "Ehrlich gesagt bin ich verwundert darüber. Der FC Bayern und ich hatten im Sommer vereinbart, dass wir dieses Kapitel freundschaftlich schließen wollen. Die aktuellen Äußerungen von Uli Hoeneß tragen zu einem respektvollen Miteinander nicht unbedingt bei."

Die aktuellen Vorwürfe zeigen, dass die Wunden aus der turbulenten Zeit nach Kahns Entlassung noch nicht verheilt sind. Während Hoeneß und Rummenigge weiterhin großen Einfluss auf die Geschicke des FC Bayern ausüben, bleibt Kahn kritischer Beobachter von außen – und scheut nicht davor zurück, seine ehemaligen Vorgesetzten öffentlich zur Rede zu stellen.

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