Kartenstreit eskaliert vor Wolfsburg-Spiel: Werder-Fans erhalten deutliche Warnung
Vor dem hochbrisanten Auswärtsspiel von Werder Bremen beim VfL Wolfsburg am Samstag hat sich ein massiver Kartenstreit entwickelt, der nun in einer scharfen Warnung an die Bremer Fanschaft gipfelt. Ursprünglich waren für die Werder-Anhänger 2.800 Gästekarten vorgesehen, doch der VfL stellte am Donnerstag überraschend weitere 600 Tickets zur Verfügung.
Werder rechnet mit 5.000 Fans – Wolfsburg zieht die Notbremse
Die Bremer Vereinsführung geht indes von deutlich mehr Unterstützern aus und rechnet mit bis zu 5.000 Werder-Fans, die im Abstiegskrimi ihre Mannschaft zum Sieg peitschen wollen. Hintergrund dieser Diskrepanz ist ein cleverer, aber umstrittener Trick zahlreicher Werder-Anhänger: Tausende hatten sich Tickets für den neutralen Bereich und möglicherweise sogar für den eigentlich Wolfsburg-Fans vorbehaltenen Heimbereich gesichert.
Dazu wurden eigens Mitgliedschaften beim VfL Wolfsburg abgeschlossen, um an die begehrten Karten zu gelangen. Diese Praxis stoppte der VfL jedoch umgehend und schob dem kreativen Kartenkauf einen Riegel vor.
Rigorose Kontrollen angekündigt: Fast wie eine Drohung
Nun folgte eine deutliche Ansage an die Bremer Fans, die beinahe wie eine Drohung klingt. „Der Ordnungsdienst in Wolfsburg wird Werder-Fans den Zutritt zum Heimbereich des Stadions verweigern bzw. sie des Stadions verweisen, wenn sie optisch und/oder durch ihr Verhalten als Fan der Gastmannschaft zu erkennen sind“, teilte Werder Bremen offiziell mit.
Diese rigorose, aber in der Fußballbranche durchaus übliche Maßnahme wird durch Wolfsburgs Stadionordnung gedeckt. Konkret betrifft die Regelung die Nordtribüne (Blöcke 1-16 sowie Block F), den westlichen Teil der Haupttribüne (Blöcke 56-64) und die sogenannte „Wölfi-Kurve“ (Blöcke 37-44).
Hintergrund: Erfahrungen mit Hamburger Fans
Als wahrscheinlicher Hintergrund für die verschärften Sicherheitsvorkehrungen gelten die Erfahrungen beim letzten Heimspiel des VfL Wolfsburg. Damals waren etwa 10.000 Hamburger Fans vor Ort und feierten den 2:1-Sieg ihrer Mannschaft lautstark mit. Dabei kam es zu unschönen Auseinandersetzungen auf den Tribünen, die der Verein mit den Werder-Anhängern unbedingt verhindern möchte.
Mediendirektor Christoph Pieper äußerte dazu die klare Erwartungshaltung: „Wir haben die Erwartungshaltung, dass sie auch im neutralen Bereich des Stadions einen respektvollen Umgang erfahren, unsere Mannschaft anfeuern können und keine Angst haben müssen, sanktioniert zu werden, wenn sie sich als Werder-Fan zu erkennen geben.“
Wird das Auswärtsspiel zum Heimspiel für Werder?
Bremens Trainer Thioune geht in jedem Fall von einem überwältigenden Support aus und erklärte optimistisch: „Ich rechne damit, dass wir von der ersten bis zur letzten Minute unabhängig vom Ergebnis wieder unglaublich unterstützt werden. Und wenn wir irgendwohin fahren und erfolgreich sind, fühlt sich das an wie ein Heimspiel.“
Die Frage bleibt, ob die massenhafte Präsenz der Bremer Fans tatsächlich dazu führen wird, dass das Auswärtsspiel in Wolfsburg de facto zu einem Heimspiel für Werder Bremen wird – oder ob die angekündigten strengen Kontrollen des Ordnungsdienstes diesen Effekt verhindern werden.



