Vor dem Rückspiel gegen Hoffenheim II: Kauczinski ermutigt die Löwen zu Rachegelüsten
Am Freitagabend steht für den TSV 1860 München das Rückspiel bei der TSG Hoffenheim II an. Das Hinspiel im September 2025 endete mit einer deutlichen 1:5-Niederlage für die Münchner, die als eine der größten Enttäuschungen der Saison 2025/26 in die Vereinsgeschichte einging. Nun könnte die Zeit für Revanche gekommen sein.
Die Erinnerung an das Debakel von Giesing
Der 20. September 2025 bleibt für Löwen-Fans ein schwarzer Tag. Nach einem vielversprechenden Saisonstart mit drei Siegen und zwei Unentschieden holte sich der Aufstiegsfavorit zunächst eine 1:2-Pleite bei Hansa Rostock, bevor das Heimspiel gegen Aufsteiger TSG Hoffenheim II in einem 1:5-Debakel endete. Diese Niederlage markierte den Anfang vom Ende für Ex-Cheftrainer Patrick Glöckner und Geschäftsführer Christian Werner, die eine Woche später nach einer weiteren 0:2-Niederlage gegen Erzgebirge Aue entlassen wurden.
Torhüter Thomas Dähne brachte die Stimmung im Team vor dem Rückspiel unmissverständlich auf den Punkt: "Wir haben da mindestens noch was gutzumachen", erklärte der Weiß-Blaue.
Kauczinskis Balanceakt zwischen Rache und Aufstieg
Trainer Markus Kauczinski, der zum Zeitpunkt des Hinspiel-Debakels noch nicht an Bord war, zeigte Verständnis für die Rachegedanken seiner Spieler: "Wenn da bei den Jungs noch was da ist, sollten sie es ausleben – da habe ich nichts dagegen", sagte der 56-Jährige. Gleichzeitig betonte er den größeren Zusammenhang: "Ich will so oder so gewinnen. Das ist ein wichtiges Spiel für unser Fortkommen. In den letzten beiden Spielen haben wir etwas angefangen – und ich habe ja gesagt, dass das Jahr 2026 für uns jetzt erst so richtig beginnt."
Kauczinski sieht die Rache als zusätzliche Motivation, verfolgt aber primär das Ziel, mit einem Sieg den Aufstiegstraum weiterzunähren. Nach zwei Siegen in Serie könnte ein Erfolg gegen Hoffenheim die Löwen weiter in der Tabelle nach oben bringen.
Günstige Ausgangslage für die Revanche
Der Zeitpunkt für die Revanche könnte kaum besser sein. Das Hoffenheim-Duell leitet eine Englische Woche ein, in der der TSV zusätzlich gegen Erzgebirge Aue und Viktoria Köln antritt. Gegen diese drei Teams holte München in der Hinrunde nur einen mickrigen Zähler aus einem 2:2 gegen Köln.
Besonders Hoffenheim II und Aue gehören aktuell zu den schwächsten Teams der Rückrunde. Der TSG fehlt mit Ayoube Amaimouni-Echghouyab ein wichtiger Spieler, der zum Bundesligisten Eintracht Frankfurt abgewandert ist. Kauczinski erkannte zwar eine "veränderte Mannschaft" im Vergleich zur Hinserie, warnte aber vor Leichtsinn: "Dass Zweitvertretungen eklig zu bespielen seien, habe man ja gegen Stuttgart II gesehen." Jenes Spiel verlor 1860 mit 1:2.
Startelf-Fragen und klare Ansagen
In der Startelf dürfte David Philipp erneut den Vorzug vor Patrick Hobsch oder Florian Niederlechner erhalten. Jung-Stürmer Noah Klose wird diesmal nicht im Kader stehen. Kauczinski gab ein klares Machtwort zu möglichen Unzufriedenheiten: "Fußball ist ein Teamsport. Ich kann nur elf aufstellen, das müssen alle Jungs akzeptieren – egal ob 17 oder 35."
Interessant ist auch Kauczinskis Haltung zum möglichen Druck auf die Konkurrenz durch frühere Spiele. Auf der Pressekonferenz sorgte er für einen Lacher mit der Aussage: "Mir ist egal, ob wir am Freitag, Samstag oder Sonntag vorlegen, zwischenlegen oder nachlegen." Für ihn zählt allein der Sieg – ob aus Rachegelüsten oder Aufstiegshunger.



