Keke Topp erleidet schweren Kreuzbandriss bei Werder Bremen
Die Saison von Keke Topp endet in der Länderspielpause mit einem brutalen Rückschlag. Der Stürmer des SV Werder Bremen zog sich im internen Testspiel gegen die eigene U23-Mannschaft einen Riss des vorderen Kreuzbands im linken Knie zu. Der 22-Jährige, der einst als großer Hoffnungsträger verpflichtet wurde, muss nun eine lange Verletzungspause einlegen.
Dramatische Szene auf dem Trainingsplatz
Bei einem unglücklichen Zweikampf kam es zu der schweren Verletzung. Sofort signalisierte Topp, dass etwas nicht stimmte, und wurde umgehend vom medizinischen Personal behandelt. Der Versuch, den Platz eigenständig zu verlassen, scheiterte bereits nach wenigen Schritten. Letztlich musste der Spieler auf einem Golfcart vom Platz gefahren werden – Bilder, die nichts Gutes erahnen ließen.
Für Topp bedeutet dies das vorzeitige Ende einer enttäuschenden Saison, in der er nur 629 Spielminuten in der Bundesliga absolvierte. Bei 20 Einsätzen stand er lediglich siebenmal in der Startelf. Sein einziger Treffer war ein spektakuläres Volleytor in letzter Minute beim 1:1 gegen Borussia Mönchengladbach im Januar.
Fehleinschätzung der Werder-Verantwortlichen
„Eigentlich war es der Plan, dass Victor Boniface und Keke sich die Spielzeit im Sturm aufteilen. Das ist nicht aufgegangen“, räumte Geschäftsführer Clemens Fritz im Doppelpass auf SPORT1 ein. „Wir dachten, dass Keke schon weiter ist, da lagen wir aber falsch. Sein Potenzial sehen wir aber weiterhin.“
Das Potenzial des jungen Stürmers hatte Werder Bremen im Sommer 2024 zwei Millionen Euro gekostet. Nur Samuel Mbangula (10 Millionen Euro) und Skelly Alvero (4,75 Millionen Euro) waren den Verantwortlichen in diesem Zeitraum mehr Geld wert.
Vom Traumstart zur anhaltenden Torflaute
Der Einstand von Keke Topp in Bremen verlief zunächst vielversprechend. In der ersten Runde des DFB-Pokals feierte er sein Werder-Debüt gegen Energie Cottbus und erzielte beim 3:1-Sieg alle drei Tore der Grün-Weißen. „Das ist schon ein schönes Gefühl. Wer weiß, wie oft ich sowas in meiner Karriere noch erleben werde“, zeigte sich der Mann des Abends damals glücklich.
Doch dieser Traumstart sollte nicht zum Dauerzustand werden. In den folgenden 40 Pflichtspielen konnte Topp seine Torausbeute aus jenem Pokaltriumph gerade einmal verdoppeln. Im November 2024 wurde er bereits von einem Syndesmosebandriss rund drei Monate ausgebremst.
Nachwuchstalent verdrängt Topp aus der Startelf
In den vergangenen Spielen erhielt Top-Talent Salim Musah zunehmend den Vorzug vor Topp. Trainer Daniel Thioune begründete diese Entscheidung vor allem mit dem Tempo der Spieler: „Kekes Stärken sind ja bekannt. Er ist eher der Zielspieler, wenn man den Gegner tief in die Box drängt. Keke ist dabei mit einem ordentlichen Tempo gesegnet, aber sicherlich nicht mit dem höchsten Endtempo.“
Bereits im Winter soll Topp einen Abgang nicht ausgeschlossen haben, um möglicherweise per Leihe wieder mehr Selbstvertrauen und Spielpraxis zu sammeln. Dieses Szenario dürfte nun mit Blick auf die schwere Verletzung in den Hintergrund rücken.
Werder Bremen im Abstiegskampf ohne Optionen
Für Werder Bremen bedeutet die Verletzung von Keke Topp einen weiteren Rückschlag im Abstiegskampf. Besonders im Sturmzentrum fehlen nun Optionen. Während Victor Boniface wohl nicht mehr zum Einsatz kommen wird, arbeitet Jovan Milosevic weiter an seinem Comeback.
Nachwuchsstürmer Salim Musah ist damit vorerst der letzte gelernte Neuner im Kader der Bremer. Weitere Optionen für die Spitze sind Marco Grüll und Justin Njinmah, die beide eher über ihr Umschaltspiel und Tempo überzeugen.
Thioune mahnt zur Geduld mit jungen Spielern
Nach 27 Spieltagen steht Werder Bremen auf Rang 14 der Tabelle und hat mit 28 Punkten vier Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz. Trainer Daniel Thioune mahnte nach dem Spiel gegen Union Berlin zur Geduld: „Mit jungen Spielern muss man Geduld haben, ihnen das Vertrauen geben und weiter mit ihnen arbeiten. Es bringt nichts, über das zu reden, was war, sondern über das, was kommt.“
Dieses Vertrauen wurde Topp, dessen Vertrag bis 2028 läuft, auch von Peter Niemeyer, dem Leiter der Lizenzspielerabteilung, zugesichert: „Die Verletzung tut mir für Keke total leid. Wir werden ihn auf seinem langen Weg zurück bestmöglich unterstützen.“ Niemeyer sprach von einem „herben Rückschlag“ für den Klub.
Die kommenden Monate werden für Keke Topp von intensiver Rehabilitation geprägt sein. Er wird die gesamte Vorbereitung sowie den Saisonstart verpassen. Ob und wann der einstige Hoffnungsträger seinen Durchbruch in der Bundesliga schafft, bleibt nach dieser schweren Verletzung mehr denn je eine offene Frage.



