DFB-Kapitän Kimmich setzt auf Teamgeist statt Einzelqualität
Der Kapitän der deutschen Fußballnationalmannschaft, Joshua Kimmich, hat vor den anstehenden Länderspielen klare Erwartungen an seine Mannschaftskollegen formuliert. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die individuelle Spielerqualität, sondern eine gemeinsame Einstellung und voller Fokus auf das große Ziel: die Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika.
Warnende Beispiele aus der Vergangenheit
Kimmich verwies dabei auf die enttäuschenden WM-Erfahrungen der vergangenen Jahre. „2018 hatten wir vielleicht den besten Kader der Welt und wir wissen, wohin es uns geführt hat“, erinnerte der 31-jährige Mittelfeldspieler an das frühe Ausscheiden in der Gruppenphase. Gleiches Schicksal ereilte die DFB-Elf vier Jahre später in Katar. Aus diesen Erfahrungen zieht der Bayern-Profi eine klare Lehre: „Dementsprechend ist es nicht wichtig, den besten Kader der Welt zu haben, sondern am Ende das beste Team der Welt zu haben.“
Automatismen und positive Herangehensweise
Vor den ersten Länderspielen des Jahres gegen die Schweiz und Ghana betonte Kimmich die Bedeutung dieser Testspiele. Es gehe darum, wichtige Automatismen zu entwickeln und sich als Einheit zu finden. „Ziel ist es, zwei positive Ergebnisse zu erzielen“, sagte der 106-fache Nationalspieler. Noch wichtiger sei jedoch die konsistente Herangehensweise, wie sie im 6:0-Sieg gegen die Slowakei zu sehen war.
Kimmich forderte von jedem Spieler absolute Unterordnung unter das Mannschaftsziel. „Klar erwartet man, dass sich jeder dem großen Ganzen mit hundert Prozent hingibt und alles reinwirft“, erklärte der DFB-Kapitän. Nur so könne sich die Mannschaft entwickeln und bereit sein, wenn es bei der WM wirklich darauf ankomme.
Realistische Einschätzung der Favoritenrolle
Der Nationalspieler zeigte sich realistisch in der Einschätzung der deutschen Chancen. „Es ist so, dass wir nicht zu den Topfavoriten zählen“, räumte Kimmich ein. Die enttäuschenden Leistungen bei den letzten beiden Weltmeisterschaften hätten dazu geführt, dass andere Mannschaften der DFB-Auswahl aktuell leistungsmäßig voraus seien.
Doch genau diese Situation sieht Kimmich als Chance. Statt sich auf eine Favoritenrolle zu verlassen, müsse die Mannschaft durch Zusammenhalt und Einsatzbereitschaft punkten. „Auch der beste Kader der Welt hat keine Garantie, Titel zu gewinnen“, gab der Kapitän zu bedenken. Entscheidend sei letztlich, was die Mannschaft gemeinsam auf dem Platz bringe.
Die kommenden Testspiele dienen somit nicht nur der sportlichen Vorbereitung, sondern vor allem dem Aufbau einer funktionierenden Mannschaftsstruktur. Kimmichs Botschaft ist klar: Bei der WM 2026 wird der Teamgeist über die Einzelqualität entscheiden.



