Schiedsrichter-Chef Kircher kündigt radikale VAR-Wende in der Bundesliga an
Kircher kündigt radikale VAR-Wende in Bundesliga an

Schiedsrichter-Chef plant grundlegende VAR-Reform in der Bundesliga

Der langjährige Bundesliga-Referee und aktuelle Schiedsrichter-Chef Knut Kircher hat eine grundlegende Wende im Umgang mit dem Video-Assistenten angekündigt. In einem exklusiven Interview mit der Süddeutschen Zeitung erklärte der 57-Jährige, dass die VAR-Eingriffe in der Fußball-Bundesliga deutlich reduziert werden sollen. „Wir müssen wieder zur ursprünglichen Motivation zurückkehren, klare und offensichtliche Fehler zu korrigieren“, betonte Kircher nachdrücklich.

Rückbesinnung auf die ursprüngliche VAR-Idee

Kircher erinnerte daran, dass der Video-Assistent ursprünglich eingeführt wurde, um glasklare Fehlentscheidungen zu verhindern. Als Beispiele nannte er historische Fälle wie das Wembleytor, Maradonas Handtor, Thierry Henrys Handspiel in der WM-Qualifikation gegen Irland sowie die Phantomtore von Helmer oder Kießling in der Bundesliga. „Der VAR hat bei 80-zu-20- oder auch 70-zu-30-Entscheidungen nichts verloren“, stellte der Schiedsrichter-Chef klar und forderte mehr Akzeptanz für solche Grenzfälle.

Stärkung der Schiedsrichter-Persönlichkeiten

Laut Kircher würde eine Reduzierung der VAR-Eingriffe einen positiven Nebeneffekt haben: „Je seltener der VAR helfen kann, desto mehr ist der Schiedsrichter gefordert. Ich glaube, so entwickeln sich stärkere Persönlichkeiten auf dem Feld“. Der Geschäftsführer Sport und Kommunikation der DFB Schiri GmbH hatte bereits bei seinem Amtsantritt vor fast zwei Jahren den Umgang mit dem VAR als „zu kleinteilig“ empfunden und sieht nun die Zeit für eine Korrektur gekommen.

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Reaktion auf scharfe Kritik von Uli Hoeneß

Die Ankündigung erfolgt in einer Phase verstärkter Kritik an VAR und Schiedsrichtern. Kircher räumte ein, dass die Stimmung „am Anschlag“ sei. Besonders deutlich wurde die Kritik nach dem Bundesliga-Topspiel zwischen Bayer Leverkusen und Bayern München (1:1), bei dem Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß die Leistung des Schiedsrichter-Gespanns um Christian Dingert als „schlechteste Leistung eines Schiedsrichter-Teams, die ich je bei einem Bundesligaspiel erlebt habe“ bezeichnet hatte.

Kircher wies diese Kritik nun bestimmt zurück: „Ich kann schon verstehen, dass nach solchen Spielen emotionale Reaktionen kommen, aber wenn man es fachlich-nüchtern analysiert, stimmt der Vorwurf natürlich nicht“. Der 244-malige Bundesligaschiedsrichter fügte mit einem Hauch von Ironie hinzu: „Aber das weiß Uli Hoeneß ja auch“.

Ziel: Mehr Entscheidungsfreiheit für die Unparteiischen

Das erklärte Ziel der geplanten VAR-Reform ist es, den Schiedsrichtern auf dem Feld wieder mehr Entscheidungsfreiheit und Autorität zurückzugeben. „Wir wollen Schiedsrichter auf dem Feld, die Entscheidungen treffen“, unterstrich Kircher. Die geplante Wende markiert einen bedeutenden Kurswechsel in der deutschen Fußball-Bundesliga und könnte die Art und Weise, wie Spiele geleitet werden, nachhaltig verändern.

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