Köln-Trainer Lukas Kwasniok kämpft im TV um seinen Job
Nach dem dramatischen 3:3-Unentschieden im Rheinischen Derby gegen Borussia Mönchengladbach steht Lukas Kwasniok, der Trainer des 1. FC Köln, vor einer ungewissen Zukunft. Der 44-Jährige, der seit Sommer 2025 im Amt ist und durchschnittlich 0,96 Punkte pro Spiel holt, nutzte ein Interview beim Sender DAZN, um vehement für seinen Verbleib zu kämpfen.
Kwasniok appelliert an Kontinuität und Geduld
Im Gespräch mit DAZN machte Kwasniok deutlich: „Mir war von Anfang an bewusst, als ich hier unterschrieb, dass es um den Klassenerhalt geht. Ich weiß, dass man in solchen Situationen schnell dazu neigt, den Trainer auszutauschen – überall auf der Welt. Doch ich bin überzeugt, dass Vereine langfristig erfolgreich sind, die einen anderen Weg gehen.“
Als positives Beispiel nannte er den SC Freiburg, der mit Christian Streich in die 2. Liga abstieg und den Wiederaufstieg schaffte. „Das würde dem 1. FC Köln, unabhängig von meiner Person, guttun – auch wenn es hier deutlich herausfordernder ist, Kontinuität zu zeigen als in Freiburg“, so Kwasniok weiter.
Abschließend betonte der Trainer mit Nachdruck: „Ich glaube fest daran und bin absolut bereit, alle Hindernisse aus dem Weg zu räumen und nach vorne zu schauen. Ich will hier in diesem, im nächsten und übernächsten Jahr Schlagzeilen machen – möglichst positive. Solange ich diese Energie habe, muss erst jemand kommen, der mehr davon mitbringt.“
Geschäftsführer Kessler lässt Zukunft offen
Zuvor hatte Geschäftsführer Thomas Kessler (40) nach dem Spiel bei Sky keine klare Aussage zur Zukunft des Trainers getroffen. „Wir müssen das sachlich und rational analysieren. Wir haben die Länderspielpause vor uns. Heute sind wir enttäuscht, dass wir nur einen Punkt geholt haben. Die Erwartung war klar: drei Punkte. Wir werden uns Gedanken machen. Ich werde in Ruhe darüber schlafen“, erklärte Kessler.
Auf die Nachfrage von Sky-Reporter Max Zielke, ob Mannschaft und Trainer noch an einem Strang ziehen, wich der Geschäftsführer aus: „Zuerst muss man der Mannschaft ein Kompliment machen, dass sie nach dem frühen Rückschlag zurückgekommen ist. Das begleitet uns die ganze Saison. Es ist nichts Neues, dass diese Mannschaft Spiele eng gestalten kann. Wir hatten in dieser Saison kein Spiel, das wir deutlich verloren haben. Aber ehrlich gesagt, sind wir an einem Punkt angekommen, wo wir wieder einen Dreier brauchen. (...) Wir können alle die Tabelle lesen. Deshalb ist der Punkt zu wenig.“
Kessler fügte hinzu: „Wir sind kurz nach dem Spiel. Wir haben alle die Emotionen des Derbys. Wir alle können die Tabelle lesen. Wir werden uns entspannt ins Wochenende verabschieden und dann unsere Überlegungen anstellen.“
Sportliche Lage bleibt angespannt
Durch den einen Punkt aus dem Derby könnte der 1. FC Köln am Sonntag auf den Relegationsplatz rutschen, falls der FC St. Pauli sein Heimspiel gegen den SC Freiburg gewinnt. Die sportliche Situation bleibt damit äußerst angespannt, während die Führungsetage über die Zukunft von Trainer Lukas Kwasniok berät.
Die kommenden Tage werden zeigen, ob der Appell des Trainers nach Kontinuität Gehör findet oder ob der Verein doch einen Trainerwechsel vollzieht. Die Länderspielpause bietet Zeit für Entscheidungen, während die Fans des 1. FC Köln auf Klarheit warten.



