Im Champions-League-Hinspiel bei Paris Saint-Germain wird Vincent Kompany nicht auf der Bank Platz nehmen dürfen. Der Trainer des FC Bayern ist gesperrt und sollte am Dienstagabend nichts Unüberlegtes tun. Der Belgier hatte im Viertelfinale gegen Real Madrid seine dritte Gelbe Karte in dieser Saison erhalten – eine zu viel.
Kompany muss auf die Tribüne
Der Bayern-Trainer darf den Spieltag zwar normal mit seinem Team verbringen, muss sich jedoch spätestens beim Betreten der „Controlled Area“ von der Mannschaft trennen. Sobald der Mannschaftsbus am Parc des Princes ankommt, darf Kompany nicht mit in die Katakomben oder die Kabine gehen. Stattdessen muss er sich auf den Weg zur Tribüne machen. Auch Interviews sind für ihn tabu. Für ihn wird voraussichtlich Aaron Danks die Verantwortung übernehmen. Der Engländer ist einer von mehreren Assistenztrainern in Kompanys Team und war bereits als Cheftrainer im Jugendbereich tätig. In München ist er häufig an der Seitenlinie zu sehen, insbesondere als Standard-Coach.
Disziplin gefordert
Von Kompany wird während der Partie viel Disziplin verlangt. Auch wenn die Versuchung groß ist, darf er keinesfalls direkt oder indirekt mit seiner Mannschaft in Kontakt treten. Andernfalls drohen eine weitere Sperre und eine Geldstrafe, die schnell fünfstellig werden kann. Die UEFA hat zudem das Recht, sowohl den Trainer als auch den Verein zu sanktionieren.
Prominente Leidensgenossen
Es gibt prominente Beispiele von Trainern, die ähnliche Sperren erlebten. Star-Trainer Jose Mourinho musste 2010 eine weitere Sperre hinnehmen, nachdem er im Verdacht stand, als gesperrter Coach von Real Madrid gegen Ajax Amsterdam per Funk und mit Zetteln Anweisungen gegeben zu haben. Vom Portugiesen ist zudem die Anekdote überliefert, dass er sich im April 2005 als Trainer des FC Chelsea in einem Wäschekorb versteckte, um trotz Sperre bei seinem Team zu sein. Der Gegner damals: der FC Bayern. „Ich will einfach in der Kabine sein, wenn die Spieler reinkommen. Ich ging dorthin und niemand sah mich“, gestand Mourinho Jahre später. Der Fall blieb von der UEFA unbemerkt, „The Special One“ kam straffrei davon.
Auch Arsène Wenger brach einmal die Regeln. Als Arsenal-Trainer ignorierte er 2011 seine Sperre gegen Udinese Calcio und telefonierte mit seinem Assistenten auf der Bank. Die UEFA zeigte sich hier unnachgiebig: Wenger musste auch die folgenden zwei Partien in der Champions League auf der Tribüne verbringen – sein Einspruch blieb erfolglos.
Kompany zeigt sich diszipliniert
Bei Kompany ist nicht davon auszugehen, dass er sich zu solchen Harakiri-Aktionen hinreißen lässt – dafür ist der Belgier zu diszipliniert. Kurioserweise hatte er sich vor dem Heimspiel gegen Real darüber beschwert, dass eine Sperre nach der dritten Gelben Karte für Spieler zu früh komme. Einen Tag später erwischte es den Trainer. Welch Ironie.



