Kopfball-Monster bereiten Magdeburg schlaflose Nächte
Der 1. FC Magdeburg steht vor einer besonderen Herausforderung: Am Sonntag (13.30 Uhr) empfängt der Verein den Abstiegskonkurrenten Arminia Bielefeld, der sich durch seine enorme Stärke bei ruhenden Bällen auszeichnet. Genau in diesem Bereich zeigte der FCM zuletzt deutliche Schwächen, was Trainer Petrik Sander (65) erhebliche Sorgen bereitet.
Uldrikis: Die zurückgekehrte Gefahr
Besonders ein Spieler steht im Fokus der Magdeburger Defensive: Roberts Uldrikis (27). Der lettische Stürmer, der nach einer schweren Kreuzbandverletzung fast ein Jahr pausieren musste, feierte bei Arminia Bielefeld ein beeindruckendes Comeback. Beim 3:2-Sieg gegen Eintracht Braunschweig am vergangenen Spieltag erzielte Uldrikis gleich zwei Tore und verdrängte damit den eigentlich gesetzten Joel Grodowski (28) aus der Startelf.
Mit seiner imposanten Körpergröße von 1,98 Metern stellt Uldrikis eine permanente Gefahr im Strafraum dar. Sein Kopfballtor nach einer Ecke gegen Braunschweig könnte zum Vorboten für Magdeburg werden, denn genau bei der Verteidigung von Standardsituationen zeigte der FCM zuletzt eklatante Schwächen. Im Spiel gegen Fürth kassierte die Mannschaft gleich drei Gegentore nach Ecken.
Trainer Sander reagiert auf die Defensivprobleme
„Es ist klar, dass sich damit jetzt relativ viel befasst wird“, erklärt FCM-Trainer Petrik Sander im Vorfeld des wichtigen Duells. „Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass man das aufgrund des Erlebten mit in den Trainingsprozess integriert. Man muss anerkennen, dass die Ecken in Fürth gut geschlagen waren.“
Sander zeigt sich jedoch optimistisch: „Es wird nicht in jedem Spiel passieren, dass wir drei Standardtore kassieren. Dass wir da nicht die Stärksten sind, ist so. Ich hoffe, dass wir die entsprechenden Maßnahmen in der Tasche haben, um gegen egal wen bestehen zu können.“
Bielefelds beeindruckende Statistik
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Arminia Bielefeld konnte in dieser Saison bereits 19 Tore nach Standardsituationen erzielen – bei insgesamt nur 33 Treffern. Damit stammt mehr als die Hälfte aller Bielefelder Tore aus ruhenden Bällen. Nur der SC Paderborn (10) erzielte mehr Kopfballtore als die Mannschaft von Trainer Mitch Kniat (40), die auf sieben Kopfballtreffer kommt.
Die Magdeburger müssen zudem auf einen wichtigen Defensivspieler verzichten: Innenverteidiger Daniel Heber (31) fällt nach einem erneuten Rückschlag bei seiner Knieverletzung vorerst aus. Dies schwächt die Abwehr zusätzlich im Kampf gegen die kopfballstarken Bielefelder.
Tabellensituation und Ausblick
Das Spiel hat enorme Bedeutung für beide Teams im Abstiegskampf. Mit einem Sieg könnte der 1. FC Magdeburg an der Arminia vorbeiziehen und sich Luft im Tabellenkeller verschaffen. Allerdings endete das Hinspiel zwischen beiden Mannschaften mit einer 0:2-Niederlage für den FCM, was die Herausforderung zusätzlich verschärft.
Acht Ligaspiele in Folge hatte Bielefeld zuvor nicht gewinnen können, bis der Erfolg gegen Braunschweig die negative Serie beendete. Nun hofft die Mannschaft, mit ihrer bewährten Standardstärke auch in Magdeburg punkten zu können, während der FCM alles daran setzen muss, seine Defensivschwächen bei ruhenden Bällen endlich in den Griff zu bekommen.



