Kreisfußball in Vorpommern: Torfestival und umstrittener Sieg
Die ersten Pflichtspiele im Kalenderjahr 2026 in der Kreisoberliga und den beiden Kreisligen Vorpommerns haben für spektakuläre Fußballmomente gesorgt. In insgesamt drei Partien fielen beeindruckende 22 Treffer, wobei ein Spiel durch einen nachträglichen Protest besonders für Aufsehen sorgt.
Kreisoberliga: SV Loitzer Eintracht dominiert klar
In der Kreisoberliga zeigte der SV Loitzer Eintracht erneut seine Stärke als Tabellenführer. Im Nachholspiel gegen den VfB Pommern Löcknitz setzten sich die Loitzer auf dem Kunstrasenplatz in Demmin mit einem deutlichen 6:0-Erfolg durch. Pommern-Trainer Falko Döbler äußerte sich nach der Niederlage selbstkritisch: „Leider war unsere Vorbereitung aufgrund der schlechten Bodenverhältnisse nicht ideal. Das machte sich letztlich auch im Ergebnis bemerkbar.“
Vom kämpferischen Einsatz her konnte Döbler seinem Team keinen Vorwurf machen, doch spielerisch reichte es nicht aus, um dem starken Gegner Paroli zu bieten. Bereits zur Pause führten die Loitzer mit 2:0, und obwohl die Gäste nach dem Seitenwechsel bemüht agierten, gelang keine Ergebniskorrektur. Stattdessen legte der Spitzenreiter noch einmal kräftig nach und erzielte zwischen der 64. und 88. Minute vier weitere Tore gegen VfB-Schlussmann Niklas Brozio. „Die Loitzer haben von Beginn an gut gepresst und unsere individuellen Fehler eiskalt bestraft“, resümierte Döbler die klare Niederlage.
Kreisliga II: FC Vorpommern siegt, doch Protest erschüttert Erfolg
In der Kreisliga Staffel II schien das Match zwischen dem FC Vorpommern und Leopoldshagen bereits zur Halbzeit entschieden. Mit Toren von Erfan Moosavi, Saif Edine M´Baba und Felipe Roeseler führten die Gäste zur Pause mit 3:0. Spielertrainer Leon Fengler lobte die erste Halbzeit: „Die erste Halbzeit lief nach Wunsch. Gute Ballstafetten führten zu den Toren.“
Nach dem Wechsel agierte Blau-Weiß Leopoldshagen zwar aggressiver und ließ kaum noch etwas zu, doch auch das Gästetor geriet nicht in ernsthafte Gefahr. Fengler konstatierte: „Da lief hüben und drüben nichts mehr zusammen. Viele Unterbrechungen hemmten das Spiel.“
Doch der sportliche Wert des 3:0-Erfolgs steht nun in Frage. Unmittelbar nach der Partie legten die Gastgeber Protest gegen die Wertung ein, wie Staffelleiter Christian Lustig gegenüber dem Nordkurier bestätigte. Dem Vernehmen nach soll der FC Vorpommern einen unberechtigten Spieler eingesetzt haben. Nun muss das zuständige Sportgericht entscheiden, ob der Sieg bestehen bleibt oder aberkannt wird.
Kreisliga III: Rossow feiert Kantersieg gegen Preussen
In der Kreisliga Staffel III erlebte die SG Preussen einen denkwürdigen Abend. Gegen Rossow unterlagen sie mit einem klaren 0:13. Preussen-Chef Erwin Werth analysierte die Niederlage: „Der Gegner war heute für uns eine Nummer zu groß. Wir hielten nur vor der Pause dagegen, danach war der Ofen aus.“
Vor der Pause kassierte Preussen nur zwei Kopfballgegentore, doch nach dem 0:3 kurz nach Wiederanpfiff war der Widerstand gebrochen. Rossow nutzte seine Chancen konsequent aus, profitierte von groben Schnitzern der Preussen-Abwehr und erzielte bis zum Abpfiff noch zehn weitere Treffer, was zu dem eindrucksvollen Endergebnis führte.
Insgesamt zeigen die Spiele, dass der Kreisfußball in Vorpommern auch in der zweiten Halbserie mit Spannung und Überraschungen aufwartet. Während der SV Loitzer Eintracht seine Führungsposition festigt, bleibt der Ausgang des Spiels zwischen FC Vorpommern und Leopoldshagen vorerst ungewiss.



