Neuer Klubchef gewählt: André Kreuzwieser soll nach Machtkampf Ruhe in die TSG Hoffenheim bringen
Kreuzwieser als neuer TSG-Chef soll Verein beruhigen

Neuer Vorsitzender für TSG Hoffenheim: Kreuzwieser gewählt

Nach monatelangen internen Querelen und einem erbitterten Machtkampf hat die TSG Hoffenheim einen neuen Klubchef. Der 45 Jahre alte Unternehmer André Kreuzwieser wurde bei der Mitgliederversammlung am Montagabend in der Sinsheimer Arena mit deutlicher Mehrheit zum Ersten Vorsitzenden des Muttervereins des Fußball-Bundesligisten gewählt. Diese Wahl markiert einen wichtigen Schritt für den Verein, der dringend Stabilität und Ruhe benötigt.

Überwältigender Wahlsieg mit klarem Auftrag

Kreuzwieser erhielt bei der Abstimmung beeindruckende 759 Stimmen und setzte sich damit klar gegen seine Kontrahenten Uwe Heiss (122 Stimmen) und Florian Beil (126 Stimmen) durch. "Ich bin überwältigt von dem Zuspruch. Ich bin mir der Verantwortung bewusst", erklärte der neu gewählte Klubchef unmittelbar nach seiner Wahl. "Es wird darum gehen, dass in unserem Verein wieder Ruhe einkehrt." Diese Aussage unterstreicht die zentrale Aufgabe, die vor ihm liegt: einen Verein zu führen, der in den vergangenen Monaten von internen Konflikten zerrissen wurde.

Hintergrund: Turbulente Monate vor der Wahl

Die Notwendigkeit dieser Wahl ergab sich aus dem Rücktritt des bisherigen Vorsitzenden Jörg Albrecht im November 2025. Seit Albrechts Demission im Zuge der internen Streitigkeiten hatte Christoph Henssler als Zweiter Vorsitzender den Klub zusammen mit Frank Engelhardt (Dritter Vorsitzender) interimsweise geleitet. Doch auch in dieser Übergangsphase kehrte keine Ruhe ein. Im Gegenteil: Vor einem Monat zog Henssler in der Auseinandersetzung um die Abberufung des Geschäftsführers Andreas Schicker den Kürzeren und trat ebenfalls zurück. Seitdem leitete Albrecht als Kurzzeit-Rückkehrer wieder den Verein, um zumindest die juristische Handlungsfähigkeit zu gewährleisten.

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Strukturelle Besonderheiten der TSG Hoffenheim

Der TSG gehören derzeit rund 12.000 Mitglieder an. Die Profi-Abteilung, die nach dem Fast-Abstieg in der Vorsaison derzeit überraschend auf Kurs Richtung Champions League liegt, steht seit 2023 formal wieder unter der Führung des Muttervereins. Damals gab Gesellschafter Dietmar Hopp seine Stimmenmehrheit an den Verein zurück, wodurch die TSG wieder in den Kreis der sogenannten "50+1-Klubs" zurückkehren konnte. Dennoch bleibt die TSG in finanzieller Hinsicht stark von Hopp abhängig. Der 85-Jährige, dessen Nähe zum umstrittenen Spielerberater Roger Wittmann für einen großen Teil der Probleme verantwortlich gemacht wird, hält 96 Prozent der Kapitalanteile an der GmbH. Der eingetragene Verein als weiterer Gesellschafter besitzt lediglich vier Prozent.

Die Rolle von Dietmar Hopp

Dietmar Hopp, der ebenso wie Geschäftsführer Andreas Schicker bei der Mitgliederversammlung am Montagabend vor Ort war, soll mittlerweile eine halbe Milliarde Euro in den Verein investiert haben. "Ohne die Familie Hopp würde man die TSG in ein paar Jahren nicht mehr in der Bundesliga sehen", sagte Schicker zuletzt. Diese Aussage verdeutlicht die anhaltende finanzielle Abhängigkeit des Vereins von seinem langjährigen Mäzen. Die Wahl von André Kreuzwieser stellt nun einen Versuch dar, trotz dieser strukturellen Gegebenheiten eine neue Führungsstabilität zu etablieren und die internen Grabenkämpfe zu beenden.

Die TSG Hoffenheim steht somit an einem Wendepunkt. Mit André Kreuzwieser hat der Verein einen neuen Vorsitzenden gewählt, der explizit für Ruhe und Stabilität sorgen soll. Ob es ihm gelingen wird, den zerstrittenen Verein zu einen und gleichzeitig die sportlichen Erfolge – derzeit auf Kurs Richtung Champions League – zu konsolidieren, bleibt abzuwarten. Die nächsten Monate werden zeigen, ob die Wahl tatsächlich den Beginn einer neuen, ruhigeren Ära für den Bundesligisten markiert.

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