Historischer Sieg in Leipzig: Tabellenletzter demütigt Spitzenreiter
Die Regionalliga Nordost erlebte am 25. März 2026 eine der größten Sensationen der Saison. Der bis dahin chancenlose Tabellenletzte Hertha Zehlendorf reiste nach Leipzig und besiegte den überlegenen Spitzenreiter Lok Leipzig mit einem klaren 2:0. Für die Berliner bedeutete dieser Auswärtssieg erst den zweiten Saisonerfolg, während Lok die bereits dritte Heimpleite hinnehmen musste.
Lok Leipzig startet schwach und wird bestraft
Lok-Trainer Jochen Seitz hatte seine Mannschaft zwar ausdrücklich vor dem Tabellenletzten gewarnt, doch seine Spieler schienen die Warnung nicht ernst genug zu nehmen. Von Beginn an wirkte die Mannschaft unkonzentriert, führte Zweikämpfe zu nachlässig und spielte unpräzise Pässe. Zur Halbzeit hätten sich die Leipziger nicht über einen Rückstand beschweren können.
Die erste große Chance für Hertha Zehlendorf entwickelte sich in der 18. Minute, als Stanley Keller einen abgefälschten Schuss auf das Tor von Andreas Naumann abgab. Der Lok-Torwart konnte den Ball gerade noch mit der rechten Hand parieren. Nur sechs Minuten später zirkelte Nicolas Hebisch eine Hereingabe von Shinji Yamada knapp am linken Pfosten vorbei.
Umstrittene Abseitsentscheidung und verpasste Führung
Lok Leipzig, das ohne den verletzten Stefan Maderer und den gelbgesperrten Tobias Dombrowa antreten musste, zeigte eine enttäuschende Leistung. Dennoch schien Jonas Arcalean in der 23. Minute die Führung für die Hausherren zu erzielen. Linienrichter Albert Lehmann aus Dessau entschied jedoch auf Abseits von David Grözinger, der bei der Flanke zum Tor angeblich im Abseits gestanden haben soll.
Die TV-Bilder des MDR bewiesen später, dass es sich um eine klare Fehlentscheidung handelte. Lok Leipzig wurde dieser legitime Treffer somit regelrecht geklaut. Arcalean hatte in der 40. Minute erneut die Chance zur Führung, scheiterte diesmal jedoch am stark reagierenden Zehlendorfer Torwart Alexios Dedidis.
Elfmeter und Eigentor besiegeln die Sensation
In der zweiten Halbzeit besserte sich die Leistung von Lok Leipzig nicht. Stattdessen gerieten die Leipziger in der 63. Minute in Rückstand. Linus Zimmer foulte Ben Schulz im Strafraum leicht am Knöchel, worauf Schiedsrichterin Miriam Schwermer aus Wernigerode sofort auf den Elfmeterpunkt zeigte.
Nasuhi-Noah Jones verwandelte den Strafstoß souverän links unten zum 0:1. Der Tabellenletzte führte beim Tabellenersten – eine absolute Sensation! Doch es sollte noch schlimmer kommen für die Leipziger. In der 70. Minute wollte Lukas Wilton einen Schuss von Schulz klären, doch der Ball rutschte ihm über das Schienbein und landete im eigenen Tor zum 0:2.
Konsequenzen für beide Mannschaften
Für Lok Leipzig bedeutet diese Niederlage zwar einen kleinen Rückschlag im Meisterschaftsrennen, der Vorsprung an der Tabellenspitze bleibt jedoch weiterhin beträchtlich. Für Hertha Zehlendorf hingegen stellt dieser Sieg einen historischen Moment dar. Mit nur 17 Toren in 23 Spielen bisher, gelang den Berlinern gegen den klaren Favoriten ein überraschend konzentriertes und effektives Spiel.
Die Regionalliga Nordost hat damit bewiesen, dass auch in der vierten Liga noch Platz für unerwartete Ergebnisse und packende Fußballgeschichten ist. Während Lok Leipzig die Lehren aus dieser Blamage ziehen muss, können die Spieler von Hertha Zehlendorf ihren gelungenen Ausflug nach Leipzig gebührend feiern.



