Erneutes Los-Pech für Nordost-Meister: DFB-Entscheidung benachteiligt Lok Leipzig und Carl Zeiss Jena
Verflixt und zugenäht! Die Aufstiegsspiele zur 3. Liga für die Regionalliga-Meister sind ohnehin schon umstritten. Jetzt wurde ausgelost, wer in diesem Jahr das Heimrecht im Rückspiel erhält - und wieder geht der Nordost-Meister leer aus. Das DFB-Präsidium hat in seiner Sitzung am Dienstag die Termine für die Relegation beschlossen. Zuvor fiel im DFB-Spielausschuss per Los die Entscheidung, dass entweder Lok Leipzig oder Carl Zeiss Jena zunächst zuhause spielen und anschließend auswärts beim Bayern-Vertreter - wahrscheinlich Unterhaching oder Würzburg - antreten müssen.
Heimteam im Rückspiel mit historischem Vorteil
Und erneut hat der Ost-Meister das gleiche Pech! Die Frage nach dem Heimrecht ist in der engen K.-o.-Runde keinesfalls unerheblich, wie die Vergangenheit eindeutig beweist. Die letzten sechs Male stieg stets das Team in die 3. Liga auf, das im Rückspiel vor eigener Kulisse antreten durfte. Diese statistische Tatsache unterstreicht den erheblichen Nachteil für diejenigen Vereine, die das Rückspiel in der Fremde bestreiten müssen.
Lok Leipzig mit bitterer Erfahrung
Besonders brisant: Lok Leipzig hat diese Benachteiligung schon zweimal schmerzhaft zu spüren bekommen. So mussten die Blau-Gelben im Jahr 2020 nach einem 1:1 in Verl (bei 2:2 im Hinspiel) wegen der damals geltenden Auswärtstorregel in der Regionalliga bleiben. Diese Regel ist mittlerweile abgeschafft, was den Nachteil des Rückspiels in der Fremde sogar noch stärker macht. Im Jahr 2025 scheiterte Lok dann in der Verlängerung beim TSV Havelse mit 0:3, als man nach einem Platzverweis mit nur zehn Spielern im gegnerischen Stadion um die Rückkehr auf die große Fußball-Bühne kämpfte.
Termine und taktische Herausforderungen
Am 21. Mai findet das erste Spiel der Relegation statt. Warum das Heimrecht über die Jahre nicht variiert, sondern jedes Mal neu gelost wird, bleibt unklar. Genauso wie die Aufstiegsregelung generell harsch kritisiert wird. Für dieses Jahr sind Donnerstag, der 21. Mai und Montag, der 25. Mai als Termine für die Austragung der Partien vorgesehen. Sollte ein Klub das Finale seines Landespokals am 23. Mai erreichen, würde am Mittwoch, 27. Mai und Sonntag, den 31. Mai gespielt werden.
Auch die enge Taktung mit den Pokal-Endspielen ist der enormen Bedeutung dieser Spiele für die Vereine nicht angemessen. Lok Leipzig hatte in der vergangenen Spielzeit noch 120 Minuten vom Sachsenpokal-Finale gegen Erzgebirge Aue (6:5 n.E.) in den Knochen, musste dennoch in einer englischen Woche um die Vereinszukunft im Profifußball spielen.
Reformvorschlag blockiert
Im Moment liegt ein fertiger Reformvorschlag vor, der die Relegation abschaffen würde. Aus den fünf Regionalliga-Staffeln sollen mit dem sogenannten Kompassmodell vier werden, wobei jeder Meister ohne Extra-Spiele aufsteigen würde. Blockiert wird dieser Entwurf jedoch von den Regionalverbandspräsidenten Peter Frymuth (Westen), Ralph-Uwe Schaffert (Norden) und Dr. Christoph Kern (Bayern). Sollte es am 25. März in der Arbeitsgruppe Regionalliga-Reform keine Einigung geben, drohen weiterhin immer Meister-Tränen eines Staffelsiegers - und eben oft des Auswärtsteams im Rückspiel.
Die aktuelle Situation zeigt deutlich, wie dringend eine faire Lösung benötigt wird. Die statistische Benachteiligung der Teams, die im Rückspiel auswärts antreten müssen, ist erdrückend. Während die Diskussionen um eine Reform weitergehen, müssen Vereine wie Lok Leipzig und Carl Zeiss Jena erneut gegen die Ungerechtigkeit des Losverfahrens ankämpfen. Die Fußball-Öffentlichkeit wird die Entwicklung mit Spannung verfolgen, ob sich endlich eine gerechtere Lösung für alle Beteiligten durchsetzen kann.



