Dzsenifer Marozsán beendet Karriere: Eine Künstlerin am Ball verlässt die Bühne
Marozsán beendet Karriere: Künstlerin am Ball verlässt Bühne

Karriereende von Dzsenifer Marozsán: Eine Künstlerin am Ball verlässt die Bühne

Die deutsche Fußballnationalspielerin Dzsenifer Marozsán hat am Dienstagmittag auf Instagram ihr Karriereende bekanntgegeben. Die 34-Jährige hinterlässt große Spuren im Frauenfußball, insbesondere im deutschen. Sie gewann 17 nationale Titel, sechsmal die Champions League und war maßgeblich am Gewinn der Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 2016 in Brasilien beteiligt.

„Der Ball war das Einzige, was mich glücklich gemacht hat. Fußball zu spielen war für mich nie eine Pflicht oder ein Traum… es war die Liebe zum Spiel und die Freude mit meinen Teamkolleginnen“, schrieb Marozsán auf Instagram. Zahlreiche Topspielerinnen wie Alexandra Popp, Lina Magull, Lucy Bronze und Daniëlle van de Donk kommentierten den Beitrag und würdigten sie als Legende.

Frühe Karriere und Aufstieg zur Ausnahmespielerin

Marozsán wurde in Budapest geboren und wanderte 1996 im Alter von vier Jahren mit ihren Eltern ins Saarland aus. Sie spielte lange mit Jungen, bevor sie in die Frauenabteilung des 1. FC Saarbrücken wechselte. 2007 bestritt sie im Alter von 15 Jahren ihr erstes Bundesligaspiel und ist bis heute die jüngste Debütantin in der höchsten deutschen Spielklasse.

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Sie durchlief ab der U15 sämtliche Nachwuchsteams des DFB und führte die U17 2008 zum EM-Titel. Ihr Debüt in der A-Nationalmannschaft gab sie im Oktober 2010. Insgesamt absolvierte sie 112 Länderspiele.

Vereinskarriere und Titel

Von 2009 bis 2016 spielte Marozsán für den 1. FFC Frankfurt, anschließend wechselte sie zum französischen Spitzenklub Olympique Lyon, wo sie bis 2025 unter Vertrag stand. Mit Lyon gewann sie zahlreiche nationale Titel und sechsmal die Champions League. Im vergangenen Sommer wechselte sie als erste Deutsche nach Saudi-Arabien zum Erstligisten Al-Qadisiya, ein umstrittener Transfer angesichts der Menschenrechtslage im Land.

Marozsán prägte den deutschen Frauenfußball mit ihrer technischen Finesse, ihrer Übersicht und Abschlussstärke. Sie war Dreh- und Angelpunkt im zentralen Mittelfeld und eine Leaderin, ohne laut sein zu müssen.

Erfolge trotz Verletzungen

Immer wieder wurde Marozsán von Verletzungen zurückgeworfen. 2011 zog sie sich einen Innenbandriss im rechten Knie zu, 2022 riss sie sich das Kreuzband im rechten Knie und verpasste die EM in England. Ein knappes Jahr später trat sie aus dem Nationalteam zurück.

Trotz der Rückschläge feierte sie große Erfolge: 2013 erzielte sie den Siegtreffer im EM-Halbfinale und ebnete den Weg zum Titel. 2016 war sie beim Olympiasieg gegen Schweden mit einem Tor und einer Vorbereitung maßgeblich beteiligt.

Marozsán hätte ein rühmlicheres Karriereende verdient gehabt, doch auch in Saudi-Arabien dürfte sie die Liebe zum Spiel nicht verloren haben.

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