Matanovic-Doppelpack dreht Derby: Freiburg beendet St. Paulis Aufwärtstrend
Ausgerechnet ein ehemaliger Eigengewächs hat die Abstiegssorgen des FC St. Pauli in der Fußball-Bundesliga erheblich verschärft. Der 22-jährige Igor Matanovic, gebürtiger Hamburger und früherer Spieler des Kiezclubs, erzielte beim 2:1-Auswärtssieg seines SC Freiburg einen entscheidenden Doppelpack und drehte damit eine Partie, die lange Zeit klar in Richtung der Gastgeber zu laufen schien.
Starker Start der Hamburger verpufft
Vor 29.546 Zuschauern im ausverkauften Millerntor-Stadion zeigte der FC St. Pauli über weite Strecken eine überzeugende Leistung. Die Mannschaft von Trainer Fabian Hürzeler dominierte die erste Halbzeit deutlich und schuf zahlreiche Torchancen. Mathias Rasmussen (6./22.) und Joel Chima Fujita (18.) verpassten noch die frühe Führung, ehe Danel Sinani in der 24. Minute mit einem präzisen Schuss den verdienten 1:0-Vorsprung für die Hamburger erzielte.
Die beeindruckende Fan-Unterstützung trug maßgeblich zur starken Leistung bei. Mehr als 1.000 St.-Pauli-Anhänger hatten den Mannschaftsbus mit Pyrotechnik und Feuerwerk empfangen und schufen eine elektrisierende Atmosphäre, die sich direkt auf das Spielgeschehen übertrug. Die Freiburger hingegen wirkten zunächst gehemmt und konnten trotz einzelner Chancen durch Niklas Beste (3.) und Vincenzo Grifo (19.) nicht an ihre Europa-League-Form anknüpfen.
Schuster reagiert und Matanovic trifft
Freiburgs Trainer Julian Schuster, der trotz der Belastungen aus dem Europa-League-Spiel gegen Genk dieselbe Startelf wie im Europapokal aufgestellt hatte, reagierte nach der Pause mit zwei taktischen Wechseln. Cyriaque Irié ersetzte Niklas Beste, während Philipp Lienhart für Bruno Ogbus eingewechselt wurde. Diese Veränderungen verliehen dem Spiel der Breisgauer deutlich mehr Dynamik und Durchschlagskraft.
St.-Pauli-Torwart Nikola Vasilj geriet zunehmend unter Beschuss und zeigte zunächst eine starke Leistung. Er parierte Schüsse von Matanovic (52.), Matthias Ginter (53.) und Grifo (55.) und schien lange Zeit unbezwingbar. Doch in der 65. Minute gelang dem gebürtigen Hamburger Matanovic der verdiente Ausgleich, als er einen Schuss von Grifo unhaltbar für Vasilj ins Tor lenkte.
Dramatischer Schlussakt mit VAR-Entscheidung
Das Spiel entwickelte sich in den letzten 20 Minuten zu einem wahren Drama. In der 74. Minute schien Cyriaque Irié den Führungstreffer für Freiburg zu erzielen, doch nach einer VAR-Überprüfung wurde das Tor wegen einer Abseitsposition aberkannt. Diese Entscheidung schien zunächst den Hamburger Aufschwung zu begünstigen, doch nur fünf Minuten später schlug Matanovic erneut zu.
In der 79. Minute vollendete der 22-Jährige eine Freiburger Angriffsaktion und erzielte mit seinem zweiten Treffer den 2:1-Siegtreffer. Damit besiegelte er nicht nur den dritten Auswärtssieg der Saison für den Europa-League-Viertelfinalisten, sondern verschärfte auch die Abstiegssorgen seines früheren Clubs erheblich.
Konsequenzen für beide Mannschaften
Für den SC Freiburg bedeutet dieser Sieg einen wichtigen Schritt in Richtung Europapokal-Qualifikation. Die Mannschaft zeigte nach der schwachen ersten Halbzeit Charakter und bewies, dass sie auch unter Druck reagieren kann. Besonders die Leistung von Igor Matanovic, der gegen seinen früheren Verein doppelt traf, wird Trainer Schuster besonders freuen.
Der FC St. Pauli hingegen verpasste eine wichtige Gelegenheit, den Abstiegsrelegationsplatz 16 zu verlassen und den Abstand zu den direkten Abstiegsrängen zu vergrößern. Trotz einer starken ersten Halbzeit und beeindruckender Fan-Unterstützung reichte es am Ende nicht, um die Führung über die Zeit zu bringen. Die Niederlage bedeutet einen herben Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt und macht die Situation für den Traditionsclub aus Hamburg zunehmend prekär.
Die Partie im Millerntor-Stadion bewies einmal mehr, warum die Bundesliga zu den spannendsten Ligen der Welt gehört. Mit dramatischen Wendungen, emotionalen Momenten und einer intensiven Atmosphäre bot das Spiel alles, was Fußballfans begeistert. Für Igor Matanovic wird dieser Abend besonders in Erinnerung bleiben – als der Tag, an dem er seinem alten Verein eine bittere Niederlage beibrachte und gleichzeitig seinem neuen Team zu einem wichtigen Sieg verhalf.



