Die Kritik an Eintracht-Trainer Albert Riera reißt nicht ab. Nach der 1:2-Heimniederlage gegen den HSV und nur vier Siegen aus zwölf Spielen wird der Druck immer größer. Nun hat sich auch Rekordnationalspieler Lothar Matthäus zu Wort gemeldet und übt vernichtende Kritik am Spanier.
Matthäus: Riera ist selbst schuld
In seiner Sky-Kolumne schreibt Matthäus: „Ich wünsche keinem Trainer einen Rauswurf, aber Riera ist ein bisschen selbst schuld. In Frankfurt hat sich in den vergangenen drei, vier Monaten alles um den Trainer gedreht, auch durch einige Aussagen, die Riera getroffen hat.“ Der 65-Jährige bezieht sich dabei auf umstrittene Sprüche des Eintracht-Coaches wie: „Wenn ich meinen Spielern sage: Springt vom Balkon, dann werden sie springen.“ Oder: „Vielleicht habe ich einen Zauberstab, aber glauben Sie mir, meine Spieler werden mir folgen.“
Das Problem: Auf die Worte ließ Riera keine Taten folgen. Die Mannschaft zeigt keine erkennbare Spielidee, die Offensive agiert ideenlos. Sogar die eigenen Fans wandten sich beim jüngsten 1:2 gegen den HSV von Team und Trainer ab und quittierten zahlreiche Aktionen mit Pfiffen.
Punkteschnitt schlechter als Toppmöller
Rieras Bilanz seit seinem Amtsantritt am 2. Februar ist mager: In zwölf Spielen holte er vier Siege, vier Unentschieden und vier Niederlagen – ein Schnitt von 1,33 Punkten pro Partie. Damit liegt er unter dem Wert seines Vorgängers Dino Toppmöller (1,55). Matthäus hält eine Trennung spätestens nach der Saison für unumgänglich: „Ich glaube nicht, dass Riera noch eine Zukunft in Frankfurt haben kann. Dafür ist zu viel passiert.“
Trotz allem darf der Spanier vorerst bleiben und bekommt am Freitag in Dortmund (20.30 Uhr/Sky) eine letzte Chance. Die Hessen reisen zum Angstgegner BVB: In den letzten 14 Gastspielen in Dortmund gewann Frankfurt nur ein einziges Mal. Die Anhänger sehen schwarz – es braucht viel Fantasie, um sich Punkte vorzustellen.



