Matthäus enthüllt interne BVB-Verhandlungen zu Schlotterbecks Ausstiegsklausel
Die umstrittene Ausstiegsklausel im Vertrag von Nico Schlotterbeck bei Borussia Dortmund sorgt weiter für Diskussionen. Lothar Matthäus hat nun überraschende Details zu den internen Verhandlungen beim BVB preisgegeben. Der Weltmeister von 1990 behauptet, genau zu wissen, wer innerhalb des Vereins für die Klausel verantwortlich sei.
Interne Abwägung beim BVB
In der Sendung „Sky90 – die Fußballdebatte“ erklärte Matthäus am Sonntag: „So eine Entscheidung trifft man nicht alleine. Ich weiß, wer die Klausel durchgesetzt hat, aber das sage ich jetzt nicht. Es ist jemand von Borussia Dortmund.“ Demnach saßen vier bis fünf Personen gemeinsam am Verhandlungstisch, bevor man sich auf die Klausel einigte.
Der Gedankengang hinter dieser Entscheidung war laut Matthäus strategischer Natur: „Einer sagt dann: ‚Okay, bevor er ohne diese Ausstiegsklausel geht und nicht verlängert, geben wir sie ihm.‘“ Für den BVB bedeutete dieser Schritt, den Nationalspieler bis 2027 zu binden, anstatt ihn frühzeitig oder sogar ablösefrei zu verlieren.
Schlotterbecks Motivation und wirtschaftliche Aspekte
Matthäus betonte, dass es Schlotterbeck „immer darum ging, dass er den nächsten Schritt machen wollte“. Gleichzeitig sei der Innenverteidiger aber auch Borussia Dortmund verbunden. Die Klausel diene als Absicherung, um sich „eine Tür offenhalten“ zu können – zumindest einen kleinen Spalt breit. Dies gelte insbesondere für den Fall, dass ein europäischer Topklub wie Real Madrid konkretes Interesse zeige.
Aus wirtschaftlicher Perspektive bringt die Vereinbarung dem BVB Planungssicherheit. Matthäus erklärte: „2026 würden sie noch eine Ablöse bekommen, 2027 eben nicht mehr.“ Schlotterbeck verfügte somit über ein deutliches Druckmittel in den Vertragsverhandlungen, das er geschickt einsetzte.
Reaktionen der Fans und Bayern-Ausschluss
Die Fans zeigten ihre Unzufriedenheit bereits deutlich: Beim 0:1 gegen Bayer Leverkusen am Samstag wurde Schlotterbeck bei der Mannschaftsaufstellung mit einem gellenden Pfeifkonzert empfangen. Auch während des Spiels pfiffen ihn die Anhänger immer wieder aus – ein eindeutiger Denkzettel für den Profi, der wochenlang mit seiner Vertragsentscheidung gezögert hatte.
Matthäus hält die Sorge vieler Fans, Schlotterbeck könne durch die Klausel nicht voll bei der Sache sein, dennoch für unbegründet: „Das stimmt nicht. Er wird mit seinem Herzen in Dortmund sein.“ Interessant ist zudem die Einschränkung der Klausel: Nach Informationen von SPORT1 gilt sie für diverse Topklubs, der FC Bayern München ist jedoch ausdrücklich ausgenommen.
Die genauen Konditionen und die Höhe der Ausstiegssumme bleiben weiterhin offiziell unbestätigt. Klar ist jedoch, dass diese Vertragsklausel die Beziehung zwischen Verein, Spieler und Fans nachhaltig beeinflussen wird.



