Müllers TV-Experten-Wahl: Didi Hamann als Lieblings-Kommentator verärgert Bayern-Bosse
Müller: Didi Hamann ist mein Lieblings-Experte - Bayern verärgert

Müllers überraschende Wahl: Didi Hamann als Lieblings-Experte

Der ehemalige Bayern-Star Thomas Müller, der mittlerweile für die Vancouver Whitecaps in Kanada spielt, hat in seinem aktuellen Newsletter eine überraschende Enthüllung gemacht. Der 36-jährige Stürmer verriet, wer sein Lieblings-TV-Experte im deutschen Fußball ist – und diese Wahl dürfte gerade bei den Verantwortlichen des FC Bayern München nicht auf große Gegenliebe stoßen.

„Vorhang auf für Didi Hamann“

Müller erklärte in seinem Newsletter: „Ganz in seinem Sinne haue ich jetzt einfach mal einen raus. Vorhang auf für Didi Hamann.“ Der Ex-Bayern-Spieler räumte zwar ein, dass er nicht alle Meinungen des Sky-Experten teile, betonte aber: „Was für mich aber viel entscheidender ist: er trägt seine Argumente schlüssig vor, vertritt seine Thesen mit Herzblut und ist dabei authentisch. Das finde ich gut und darauf kommt es an.“

Müller weiter: „Für mich gehören zu einem gelungenen Fußball-Entertainment Experten dazu, die auch mal steile Thesen raushauen, an denen sich die Leute reiben können. Solange es nicht unter die Gürtellinie geht, gehört das zum Spiel dazu.“

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Zwei Bayern-Urgesteine mit gemeinsamer Vergangenheit

Interessant ist die Verbindung zwischen Müller und Hamann. Beide sind echte Bayern – Hamann wurde in der Oberpfalz geboren und wuchs in München auf, während Müller aus Pähl in der Nähe von München stammt. Beide schafften den Sprung aus der Bayern-Jugend zu den Profis und kennen somit den Verein von Grund auf.

Doch trotz dieser gemeinsamen Wurzeln ist Müllers Wahl des 52-jährigen Hamann als Lieblings-Experte durchaus überraschend. In den vergangenen Jahren gab es nämlich immer wieder heftige Auseinandersetzungen zwischen dem Sky-Kommentator und den Verantwortlichen des FC Bayern.

Die Dauerfehde zwischen Hamann und Bayern

Die Konflikte zwischen Didi Hamann und dem FC Bayern sind vielfältig und reichen über mehrere Jahre zurück:

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  • Im Oktober 2024 platzte Sportvorstand Max Eberl der Kragen, nachdem Hamann die 100 Millionen Euro Ablöse für Harry Kane kritisiert hatte. Eberl bezeichnete Hamann daraufhin als „wie ein Tinnitus! Der kommt alle drei Tage hoch.“
  • Nach einem DFB-Spiel gegen die Niederlande im September 2024 kritisierte Hamann in seiner Sky-Kolumne Jamal Musiala scharf: „Musiala ist eher ein Einzelspieler und oft ein Alleinunterhalter.“ Sportdirektor Christoph Freund konterte mit den Worten: „Absurd! In anderen Ländern würden solche jungen Spieler hochgelobt werden.“
  • Eine besonders heftige Dauerfehde entwickelte sich zwischen Hamann und dem ehemaligen Bayern-Trainer Thomas Tuchel. Anfang 2024 hatte Hamann Tuchel als „größtes Missverständnis seit Jürgen Klinsmann“ bezeichnet. Für falsche Kritik an Tuchels Äußerungen über einen Job in Spanien musste sich Hamann sogar öffentlich entschuldigen.
  • Ehrenpräsident Uli Hoeneß schimpfte daraufhin in der FAZ: „Es ist das eine, wenn man einmal attackiert wird, das muss man wegstecken können. Aber wenn immerzu Angriffe aus der gleichen Richtung kommen, dann muss man manchmal auch zum Ausdruck bringen, dass man die Schnauze voll hat.“
  • Bereits im Oktober 2023 hatte Hamann die Bayern nach einem 3:1 bei Galatasaray scharf kritisiert, worauf Tuchel entgegnete: „Didi läuft gerade ein bisschen aus dem Ruder, habe ich das Gefühl.“
  • Der Konflikt gipfelte in Hamanns vernichtendem Urteil über Bayern und Tuchel: „Eine Liebesbeziehung ist es oder wird es, glaube ich, nicht mehr. Es ist ein Zweckbündnis, seit er da ist.“ Interessanterweise sollte Hamann mit dieser Einschätzung recht behalten, denn sogar Hoeneß bezeichnete Tuchel später bei einer internen Veranstaltung als „eine Katastrophe“.
  • Schon mit dem ehemaligen Sportvorstand Hasan Salihamidzic gab es Ärger. Im Februar 2019 hatte Hamann nach einer 1:3-Niederlage in Leverkusen Robert Lewandowski kritisiert, was Salihamidzic nicht gefiel. Seine Reaktion: „Das, was er macht, ist einfach eine Kampagne gegen ihn. Ich glaube nicht, dass Robert Lewandowski ein Problem für Bayern ist, sondern Didi Hamann ist ein Problem für Sky.“

Müller selbst bald als TV-Experte

Ein interessanter Nebenaspekt: Thomas Müller wird bei der anstehenden Weltmeisterschaft selbst erstmals als Experte bei Magenta TV am Mikrofon stehen. Der Stürmer kommentierte: „Sind wir mal gespannt, wie ich im Sommer meine Rolle als TV-Experte ausfüllen werde. Bis dahin schieße ich aber lieber noch ein paar Tore selbst.“

Man darf sich auf jeden Fall auf ein unterhaltsames Sprüche-Feuerwerk von Müller freuen, wenn er in seine neue Rolle als TV-Experte schlüpft. Seine Wahl von Didi Hamann als Lieblings-Kommentator zeigt bereits jetzt, dass Müller Wert auf authentische und kontroverse Meinungen legt – auch wenn diese nicht immer bei allen Beteiligten auf Begeisterung stoßen.

Die Reaktionen aus der Bayern-Führungsetage auf Mülls Äußerungen bleiben abzuwarten. Sicher ist jedoch, dass die Wahl des umstrittenen Sky-Experten Didi Hamann als Lieblings-Kommentator für zusätzlichen Gesprächsstoff in der Fußballwelt sorgen wird.