Thomas Müller scherzt über mögliches Comeback: "Wenn Nagelsmann mich anruft, hat er eine Meise!"
Bei der kommenden Fußball-Weltmeisterschaft wird Thomas Müller erstmals nicht als aktiver Spieler, sondern als TV-Experte für MagentaTV im Einsatz sein. In der neuen Folge "Bestbesetzung" mit Moderator Johannes B. Kerner ließ der 36-jährige Fußballstar jedoch durchblicken, dass ein Comeback auf dem Platz theoretisch nicht völlig ausgeschlossen wäre – wenn auch höchst unwahrscheinlich.
Müllers humorvolle Antwort auf Comeback-Frage
Als Kerner fragte, was passieren würde, wenn die deutsche Nationalmannschaft plötzlich unter massivem Personalmangel in der Offensive leiden würde, antwortete Müller augenzwinkernd: "Ich habe die Fußballschuhe dabei!" Der ehemalige Bayern-Star führte weiter aus: "Wenn wir jetzt nicht einen tiefen Block mit schnellem Umschalten spielen, sondern wenn wir den Gegner einschnüren und belagern, dann ist durchaus noch was möglich ..."
Auf die Nachfrage nach der konkreten Wahrscheinlichkeit in Prozent entgegnete Müller jedoch deutlich: "Ja null." Als Kerner nachhakte, was passieren würde, wenn Bundestrainer Julian Nagelsmann ihn tatsächlich anrufen sollte, wurde Müller noch deutlicher: "Also wenn er mich anruft, dann hat er eine Meise. Dann hat er wirklich ein Problem. Wie viele müssten denn da ausfallen? 15 Offensivspieler?"
Müller zeigte sich dabei durchaus selbstreflektiert: "Das eine ist das, was man sich selbst zutraut, das ist ja meistens mehr. Ich bin da eher auf der realistischen Seite. Ich bin ja noch aktiver Spieler und habe immer noch meine Sweet Spots. Aber die werden kleiner und du brauchst mehr Hilfe, dass dich die Menschen da rein hieven." Dennoch ließ er einen Funken Hoffnung: "Aber wenn ich einen Ball bekomme, könnte ich weiterhelfen ..."
Neuer Look und veränderte Wahrnehmung
Im Gespräch mit Kerner ging Müller auch ausführlich auf seinen neuen Look mit stylischer Frisur und Bart ein, über den seit seinem Wechsel nach Kanada im vergangenen Sommer viel diskutiert wurde. "Als das da im Sommer mit dem Bart losging und ich mir auch ein bisschen mehr Zeit genommen habe, in regelmäßigen Abständen zum Friseur zu gehen, bin ich auf den Zug mit aufgesprungen", erklärte Müller.
Er genieße die neue Freiheit: "Es macht Spaß, mich jetzt auch auf etwas andere Pfade zu begeben und mich auszuprobieren. Dadurch dass du aus diesem FC-Bayern-Wirbelstrom weg bist und von außen betrachtet ein deutscher Botschafter im Ausland bist, wirst du im Inland anders dargestellt und wahrgenommen." Müller fügte hinzu: "Man wünscht ja als Deutscher anderen Deutschen im Ausland, dass sie Erfolg haben, weil man denkt, das ist einer von uns. Deswegen ist es jetzt leichter, cooler zu sein!"
Zukunft beim FC Bayern nicht ausgeschlossen
Auf die Frage von Kerner, was das Beste daran wäre, irgendwann Sportdirektor beim FC Bayern zu werden, antwortete Müller trocken: "Die Arbeitszeiten bestimmt nicht ..." Dennoch schloss er eine solche Position in Zukunft nicht grundsätzlich aus: "Ich bin ein Nichts-Ausschließer. Ich lasse das einfach auf mich zukommen. Es käme ja nicht, ich würde es ja wählen."
Müller betonte jedoch, dass beide Seiten müssten: "Wenn in meinem Leben eine Tür einen Spalt offen war und ich wollte da rein, dann habe ich es auch immer mal hinbekommen. Wenn ich was will und die Fähigkeit habe, die Tür aufzustoßen, dann muss sie nicht so weit offen sein und ich würde vielleicht durch passen. Aber ich gehe auch nur durch die Türen, durch die ich auch will."
Reflexion über das Bayern-Ende
Müller sprach auch noch einmal über sein überraschendes Aus beim FC Bayern im vergangenen Jahr: "Es ist kein Geheimnis, dass ich gerne weitergemacht hätte. Es gab kommunikativ schon Diskrepanzen, dieser ganze Prozess, wie es zu der Entscheidung kam, das war schon Thema. Es gab Unstimmigkeiten. Aus Vereinssicht wurde ich nicht perfekt mitgenommen."
Trotz der Differenzen betonte Müller: "Aber man hat bei meinem Abschied gemerkt, dass da nichts hängengeblieben ist." Über sein Karriereende bei den Bayern sagte er: "Es war jetzt nicht so, dass es aus dem Nichts kam. Ich war der letzte Überlebende so ein bisschen. Manuel Neuer ist noch länger dabei, als Torwart und mit seiner Extraklasse ist das aber noch mal eine Spur anders. Ich war sehr mit mir im Reinen."
Deutschlands WM-Chancen
Als WM-Experte wurde Müller natürlich auch nach den Chancen der deutschen Nationalmannschaft bei der kommenden Weltmeisterschaft gefragt. Seine Einschätzung fiel nüchtern aus: "Möglich ist es. Aber wenn wir es mathematisch betrachten, sehe ich bei meinem Favoriten Spanien die Prozentanzahl höher als bei uns."



