Fortuna Düsseldorf: Muslijas Zauberfuß und das Problem der Tempobremsen
Muslijas Zauberfuß und Fortunas Tempoproblem

Zauberfuß mit Tempobremse: Muslijas Doppelrolle bei Fortuna Düsseldorf

Für Fortuna Düsseldorf stehen nach der Länderspielpause sieben entscheidende Spiele im Kampf um den Klassenerhalt an. Doch bevor es für die Rheinländer ums nackte Überleben geht, wartet auf Florent Muslija ein echtes Fußball-Highlight: Mit dem Kosovo kann der 27-Jährige am Dienstag gegen die Türkei erstmals in der Geschichte seines Landes das WM-Ticket lösen.

Der Matchwinner mit magischem Fuß

Muslijas Traumtor per Freistoß beim 4:3-Erfolg in der Slowakei war maßgeblich für den Einzug des Kosovo in die Playoffs verantwortlich. Dieser Zauberfuß hat auch Fortuna Düsseldorf in einer ansonsten enttäuschenden Saison immer wieder begeistert. Mit vier Toren und fünf Vorlagen ist der Offensivspieler neben Cedric Itten (29/11 Tore und zwei Assists) der einzige verlässliche Scorer der Mannschaft.

Unvergessen bleibt sein spektakulärer Winkel-Knaller gegen Bochum zum 2:1-Sieg, doch auch als Führungsspieler überzeugt die Leihgabe aus Freiburg regelmäßig. Dennoch gibt es einen Aspekt seines Spiels, der nach Informationen vielen Verantwortlichen im Klub unangenehm auffällt – und der sogar als Mitgrund für die behäbigen Offensivauftritte des Teams genannt wird.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Das Problem der Tempobremsen

Häufig lässt sich Muslija tief zurückfallen, um Ballkontakte zu erhalten. In vielen Partien agierte der eigentlich als linker Schienenspieler nominierte Akteur in sehr defensiven Positionen – und genau dort entwickelt sich ein wiederkehrendes Muster: Muslija macht das Spiel oft unnötig langsam und treibt damit Mitspieler und Trainer zur Verzweiflung.

Allzu häufig verschleppt der Kosovo-Star das Tempo, tritt auf den Ball und wartet ab, bis ein Gegenspieler auf ihn zukommt. Erst dann spielt er weiter. Der Vorteil für Fortuna? Nicht vorhanden. Für den Gegner jedoch bedeutet dieses Verhalten wertvolle Zeit, um sich defensiv zu ordnen und Angriffe im Keim zu ersticken.

Dass die Düsseldorfer Offensive nur selten richtig in Fahrt kommt, hat bei zahlreichen Angriffsbemühungen auch mit diesen Schnarch-Anfällen zu tun. Die gefürchteten Tempounterbrechungen nehmen der Mannschaft den Schwung und erleichtern es den Kontrahenten, sich zu organisieren.

Die Suche nach Lösungen

Um erfolgreich zu sein, benötigt Fortuna Düsseldorf Muslija – allerdings in einer Version, die zu jeder Zeit Vollgas gibt und auf unnötige Lock-Manöver verzichtet, die dem Team nichts bringen. Eine mögliche Lösung könnte darin bestehen, den Offensivspieler auf einer Position einzusetzen, in der er weniger Zeit zum Nachdenken hat.

An Stellen, wo Gegenspieler näher an ihm dran sind und Muslija gezwungen ist, schnell zu kombinieren, entwickelt Fortuna oft ihre größte Gefährlichkeit. Doch viel zu selten gelingt es dem Team, diese Situationen herbeizuführen. Und der Schlüssel dazu liegt letztlich bei Muslija selbst.

In den verbleibenden sieben Endspielen um den Klassenerhalt wird sich zeigen, ob der Kosovo-Star sein Tempospiel optimieren kann. Denn für Fortuna Düsseldorf könnte die Balance zwischen Muslijas kreativem Zauberfuß und seinen gelegentlichen Tempobremsen über den Verbleib in der Bundesliga entscheiden.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration