Nach Handschlag-Ablehnung: FIFA-Schiedsrichter Siebert telefoniert mit RB-Leipzig-Trainer Werner
Nach dem aufreibenden DFB-Pokalviertelfinale zwischen dem FC Bayern München und RB Leipzig, das mit einer 0:2-Niederlage für die Sachsen endete, hat sich eine ungewöhnliche Versöhnungsgeschichte entwickelt. Der FIFA-Schiedsrichter Daniel Siebert (41) hat persönlich beim RB-Leipzig-Trainer Ole Werner (37) angerufen, um eine aufgeladene Situation nach dem Spiel zu klären.
Die Ausgangssituation: Gelbe Karte und verweigerter Handschlag
Während der Partie in München war es bereits zu mehreren hitzigen Diskussionen zwischen Trainer Werner und Schiedsrichter Siebert gekommen. Diese gipfelten in einer Gelben Karte für den Leipzig-Coach. Nach dem Abpfiff eskalierte die Situation jedoch noch weiter, als Werner dem Schiedsrichter die Hand reichen wollte und diese Geste ignoriert wurde.
„Ich bin zum Schiri hin. Er hat mein Angebot des Handschlags komplett ignoriert. Ich weiß nicht, was ich ihm getan habe“, erklärte Werner nach dem Spiel. „Vielleicht hat er es auch nicht mitbekommen, weil er mit anderen im Gespräch war. Auf jeden Fall hatten wir Blickkontakt. Er hat vorgezogen, mir heute nicht die Hand zu geben. Warum auch immer.“
Die Versöhnung per Telefon
Einen Tag nach dem emotionalen Aufeinandertreffen kam es jedoch zu einer überraschenden Wendung. Nach Informationen besorgte sich Schiedsrichter Siebert die Telefonnummer von Trainer Werner und rief den Leipzig-Coach am darauffolgenden Donnerstag persönlich an.
In dem Telefonat klärten beide Seiten die missverständliche Situation auf. Siebert betonte dabei, dass die verweigerte Handreichung keinesfalls böse Absicht gewesen sei. Er sei in ein Gespräch vertieft und dadurch abgelenkt gewesen. Beide Seiten betonten, dass sie grundsätzlich sehr gut miteinander auskommen und dies auch in Zukunft so bleiben soll.
Der Auslöser der Kontroverse
Besonders aufgebracht hatte Werner eine Szene in der 28. Spielminute. RB-Leipzig-Star Antonio Nusa (20) war nach einem Duell mit Bayern-Verteidiger Josip Stanisic (25) an der Strafraumkante zu Boden gegangen. Stanisic hatte zuvor seinen Fuß zwischen die Beine des Leipzigers gestellt – ein eindeutiges Foul, das jedoch weder vom Schiedsrichter noch vom Video-Assistenten geahndet wurde.
Werner zeigte sich auch nach dem Spiel noch empört über diese Entscheidung: „Es ist für mich absoluter Wahnsinn, dass man dann nicht mal ein Foul erkennt – zu Viert. Wenn ich Funkverbindung und die technischen Möglichkeiten habe, dann muss ich sie auch nutzen. Und, wenn ich das nicht mache, dann brauche ich den ganzen Zirkus nicht.“
Fazit und Ausblick
Während die persönliche Angelegenheit zwischen Schiedsrichter Siebert und Trainer Werner nun geklärt scheint, bleiben die fachlichen Diskussionen über Schiedsrichterentscheidungen im Fußball natürlich weiterhin aktuell. Die ungewöhnliche Geste des persönlichen Telefonats zeigt jedoch, dass auch in emotional aufgeladenen Situationen professionelle Kommunikation möglich ist.
Die Fußballwelt darf gespannt sein, wann sich die Wege von Schiedsrichter Siebert und Trainer Werner das nächste Mal kreuzen werden – und wie dann die Begrüßung ausfallen wird.



