Trauer im Fußball: Mircea Lucescu stirbt mit 80 Jahren
Die Fußballwelt trauert um eine ihrer großen Persönlichkeiten. Mircea Lucescu, der legendäre rumänische Nationaltrainer, ist im Alter von 80 Jahren verstorben. Sein Tod erfolgte nur wenige Tage nach dem verpassten WM-Ticket der rumänischen Nationalmannschaft, die im Play-off-Halbfinale mit 0:1 gegen die Türkei unterlegen war. Bei diesem Spiel hatte Lucescu noch persönlich an der Seitenlinie gestanden und seine Mannschaft betreut.
Ergreifender Abschied von Nationalspieler Virgil Ghita
Besonders betroffen zeigt sich Virgil Ghita, der 27-jährige Abwehrspieler von Hannover 96. Der rumänische Nationalspieler, der unter Lucescu acht seiner insgesamt neun Länderspiele absolvierte, verabschiedete sich mit bewegenden Worten von seinem ehemaligen Coach. Auf Instagram postete Ghita ein Foto des verstorbenen Trainers und schrieb auf Rumänisch: „Drum lin, Mister! Mulțumesc pentru tot!“ – was auf Deutsch „Ruhe in Frieden, Mister! Danke für alles!“ bedeutet.
Ghita hatte in der WM-Qualifikation eine entscheidende Rolle gespielt, als er mit einem Kopfballtor den 1:0-Siegtreffer gegen Österreich erzielte und damit die WM-Hoffnungen Rumäniens am Leben erhielt. Im entscheidenden Play-off-Spiel gegen die Türkei kam der Hannoveraner jedoch nicht zum Einsatz und musste die gesamten 90 Minuten auf der Bank verbringen.
Gesundheitliche Probleme und Karriereende
Bereits nach dem WM-Aus hatte Lucescu aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt als Nationaltrainer erklärt. Laut rumänischen Medienberichten erlitt der 80-Jährige kurz vor seiner geplanten Entlassung aus dem Krankenhaus am Karfreitag einen Herzinfarkt, dem er schließlich erlag. Mit seinem Tod endet eine fast 47-jährige Trainerkarriere, die Lucescu zu Topklubs wie Inter Mailand, Galatasaray Istanbul und Schachtar Donezk führte.
Sein größter Erfolg gelang ihm im Jahr 2009, als er mit Schachtar Donezk den UEFA-Cup gewann. Erst im Play-off-Spiel gegen die Türkei war Lucescu zum ältesten Nationaltrainer der rumänischen Fußballgeschichte geworden und hatte damit den Deutschen Otto Pfister in dieser Statistik abgelöst.
Doppelbelastung für Virgil Ghita
Für Virgil Ghita sind dies besonders schwere Tage. Nach der verpassten WM-Qualifikation kehrte der Familienvater vergangene Woche nach Hannover zurück, wo ihn nun zusätzlich zur Trauer um seinen Nationaltrainer auch sportlicher Frust im Klub erwartet. Bei Hannover 96 hat der Abwehrspieler inzwischen seinen Stammplatz verloren.
Im letzten Spiel gegen Elversberg, das 1:1 endete, verbrachte Ghita erneut die gesamte Spielzeit auf der Ersatzbank. Auch für das anstehende Topspiel am Samstagabend in Darmstadt droht dem Rumänen vorerst weiterhin eine Zuschauerrolle. Die Kombination aus persönlichem Verlust und sportlichen Rückschlägen stellt den 27-Jährigen vor eine besondere Herausforderung in dieser Saisonphase.



