Nagelsmanns überraschende Entscheidung: Woltemade statt Top-Stürmer Undav im WM-Test
Nagelsmann setzt auf Woltemade statt Undav gegen Schweiz

Nagelsmanns taktische Überraschung: Woltemade erhält Vorzug vor in-Form-Stürmer Undav

Bundestrainer Julian Nagelsmann hat beim 1:0-Testspielsieg der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen die Schweiz in Basel eine überraschende Personalentscheidung getroffen. Statt des derzeit in herausragender Form spielenden Stuttgarter Stürmers Deniz Undav brachte er in der 63. Minute den formschwachen Nick Woltemade von Newcastle United ins Spiel.

Taktische Gründe statt Psychologie

„Es war ein super intensives Spiel, was das Anlaufen angeht“, erklärte Nagelsmann nach dem Spiel seine unkonventionelle Entscheidung. „Deniz Undav hat seine besonderen Qualitäten, wenn wir selbst viel kontrollierten Ballbesitz haben und das Spiel dominieren.“

Gegen die defensive und gut organisierte Schweizer Mannschaft habe er jedoch einen anderen Schwerpunkt gesetzt: „Ich habe den Fokus auf unser Umschaltspiel gelegt – und genau dafür bringt Nick Woltemade die idealen Voraussetzungen mit.“

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Das Dilemma der Topstürmer

Nagelsmann erläuterte weiter sein schwieriges Abwägungsproblem: „Nick Woltemade hat bei uns in der Nationalmannschaft eine super Trefferquote und bringt wichtige Qualitäten mit. Allerdings hat er derzeit bei Newcastle keinen leichten Stand und kämpft mit Formschwankungen.“

Dem gegenüber stehe Deniz Undav: „Hier haben wir einen absoluten Topstürmer, der momentan phänomenal drauf ist und den besten Lauf seiner Karriere erlebt.“ Die Entscheidung, Woltemade den Vorzug zu geben, bedeutete damit bewusst, „einen in Form befindlichen Topstürmer auf der Bank zu lassen, um einem anderen Topstürmer, der gerade nicht ganz so gut drauf ist, eine Chance zu geben“.

Humorvoller Seitenhieb auf Psychologen

Mit dieser unkonventionellen Herangehensweise handelte Nagelsmann, wie er selbst einräumte, gegen jede gängige Lehrmeinung. „Ein Sportpsychologe würde bei der Analyse dieser Situation wahrscheinlich genau das Gegenteil von mir empfehlen“, scherzte der Bundestrainer.

Er fügte humorvoll hinzu: „Es scheint ja das liebste Hobby mancher Psychologen zu sein, immer das Gegenteil von dem zu behaupten, was wir Trainer für richtig halten.“ Nagelsmann begründete seine Entscheidung damit, dass Undav „eh einen fantastischen Lauf“ habe und sein Selbstvertrauen „für diese Woche nicht so leicht zu erschüttern“ sei.

Perspektive für das Ghana-Spiel

Zudem deutete der Bundestrainer bereits die nächsten Personalplanungen an: Der 29-jährige Deniz Undav darf sich gute Chancen ausrechnen, im kommenden Testspiel gegen Ghana eine besondere Rolle zu übernehmen. Das Spiel findet am Montagabend um 20:45 Uhr in Stuttgart statt – der Heimatstadt von Undavs Verein VfB Stuttgart.

Diese Heimspiel-Atmosphäre könnte dem Stürmer zusätzlichen Rückenwind geben und Nagelsmann die Möglichkeit bieten, beide Stürmervarianten unter verschiedenen Bedingungen zu testen. Die WM-Vorbereitung läuft damit auf vollen Touren, wobei der Bundestrainer bewusst unkonventionelle Wege geht.

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