Nagelsmanns WM-Plan: Baustelle Mittelstürmer und besondere Rolle für Goretzka
Nagelsmanns WM-Plan: Baustelle Mittelstürmer, Goretzka-Rolle

Nagelsmanns WM-Strategie: Klarheit vor dem Abflug in die USA

Noch 102 Tage bis zum Anpfiff der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko – und Bundestrainer Julian Nagelsmann (38) legt seinen detaillierten Plan offen. In einem umfangreichen Interview mit dem „Kicker“ spricht der Nationaltrainer über feste Rollen, offene Baustellen und konkrete Hoffnungen für das Turnier. Sein erklärtes Ziel ist es, allen Spielern bereits vor dem Abflug maximale Klarheit über ihre Aufgaben zu geben.

Feste Rollen wie bei der EM 2024

Ähnlich wie bereits bei der Europameisterschaft 2024 plant Nagelsmann, jedem Spieler im DFB-Kader eine eindeutige Rolle zuzuweisen. „Wir haben geplant, dass wir diese Rollengespräche schon rund um die Länderspiele im März gegen die Schweiz und Ghana führen“, erklärt der Bundestrainer. „Der Kader wird dem, mit dem wir zur WM reisen wollen, schon sehr ähneln.“ Das bedeutet konkret: Wer im März nominiert wird, darf sich berechtigte Hoffnungen auf einen Platz im WM-Aufgebot machen. Große Experimente kurz vor dem Turnier sind nicht vorgesehen.

Die offene Baustelle Mittelstürmer

Eine besondere Sorge bereitet Nagelsmann die Position des Mittelstürmers. Die aktuelle Situation ist angespannt: Kai Havertz (26) fiel zuletzt wiederholt verletzt aus. Nick Woltemade (24) wartet bei Newcastle in der Premier League seit über elf Spielen auf ein Tor. Niclas Füllkrug (33) kommt bei seinem neuen Klub AC Mailand nicht richtig in Tritt, und auch Tim Kleindienst fehlt verletzt.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Nagelsmann stellt klar: „Das ist zumindest auch eine Baustelle, die wir schließen müssen. Wir werden sicherlich einen Stürmer dabeihaben, der in der Luft ein bisschen was regeln kann, wenn wir mal ein Tor brauchen und nicht alles mit den Zauberern dahinter lösen können, weil der Gegner so tief verteidigt.“ Gesucht wird also ein klassischer Zielspieler für die Luft – einer, der im Strafraum aufräumt, wenn es eng wird und die Räume knapp sind.

Leon Goretzka: Wichtige Rolle trotz Bayern-Reserve

Für Leon Goretzka (31) sieht der Bundestrainer weiterhin eine zentrale Funktion vor. Obwohl der Mittelfeldspieler beim FC Bayern München aktuell nicht mehr unumstrittener Stammspieler ist, traut ihm Nagelsmann im DFB-Team viel zu – insbesondere als offensiver Part auf der Doppelsechs.

„Stand jetzt wird Leon Goretzka, trotz weniger Spielzeit bei Bayern, gute Chancen haben, zu spielen und eine ähnliche Rolle haben wie in der WM-Quali“, betont Nagelsmann. „Weil er einer ist, der auch in den Sechzehner geht, der kopfballstark ist und eine gute Wucht mitbringt.“

Während einige Experten Felix Nmecha (25 / BVB) und Aleksandar Pavlovic (21) als mögliches Duo auf dieser Position sehen, bremst der Bundestrainer: „Wir brauchen für den offensiveren Part ein etwas anderes Profil, aber einer von beiden hat auf jeden Fall gute Chancen zu spielen.“

Nagelsmann wird noch deutlicher: „Wir vermissen in Deutschland schon einen richtig stabilen, zweikampfstarken Sechser - auch in der Luft. Ich habe sehr viele Spiele von verschiedensten Sechserkandidaten angeschaut. Aber dieses Profil, dass einer in der Luft richtig abräumt und eine gewisse Physis mitbringt, haben wir kaum.“ Am ehesten erkennt er dieses benötigte Profil aktuell bei Goretzka.

WM-Hoffnungen für junge Talente

Zwei junge Bundesliga-Shootingstars stehen ebenfalls im Fokus von Julian Nagelsmann: Lennart Karl (18) und Said El Mala (19). Der Bundestrainer macht beiden Hoffnung auf eine WM-Teilnahme, bleibt dabei aber klar in seinen Erwartungen.

Über Lennart Karl sagt er: „Lennart hatte eine super-stabile Zeit. Jetzt struggelt er gerade so ein bisschen - auch, weil ein Jamal Musiala wieder fit ist und dann häufig auch Einwechselzeit von ihm bekommt. Ich habe nicht den Anspruch, dass er Stammspieler wird, um dann bei der WM dabei zu sein. Denn das wird er nicht. Aber er muss schon einen gewissen Rhythmus sammeln, bei jungen Spielern geht es viel ums Selbstvertrauen.“

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration

Von Said El Mala, der sich bei den November-Länderspielen im Training präsentieren durfte, fordert Nagelsmann noch mehr Einsatz: „Es ist noch mal ein Unterschied, ob du bei Bayern oder bei Köln bist. Er muss einfach mehr Spielzeit bekommen in Köln. Er spielt 50 Prozent, das ist zu wenig.“

Mit diesen klaren Worten und präzisen Plänen bereitet sich Julian Nagelsmann systematisch auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 vor. Die kommenden Länderspiele im März werden erste wichtige Hinweise auf die endgültige Kaderzusammensetzung geben.