Mode kennt kein Alter: Wie Nicol (52) mit Social Media Frauen zu mehr Selbstbewusstsein inspiriert
Mode kennt kein Alter: Nicol (52) inspiriert Frauen auf Social Media

Mode kennt kein Alter: Wie Nicol (52) mit Social Media Frauen zu mehr Selbstbewusstsein inspiriert

Soziale Medien werden häufig von jungen Influencern dominiert, doch Nicol Pia Hochwald beweist das Gegenteil. Die 52-Jährige aus einem kleinen Dorf bei Linz am Rhein erreicht täglich Millionen Follower auf TikTok und Instagram mit ihrem Motto „Mode kennt kein Alter“. Seit 29 Jahren arbeitet sie bei der Telekom, doch abends verwandelt sie sich in eine Social-Media-Persönlichkeit, die Frauen jeden Alters zu mehr Stilbewusstsein ermutigt.

Vom Facebook-Aussteiger zur Social-Media-Inspiration

Ihre Social-Media-Reise begann nicht auf den heutigen Plattformen. „Lange Zeit war ich auf Facebook aktiv, doch mit der Flüchtlingskrise veränderte sich die Stimmung dort spürbar“, erklärt Hochwald. Der Wechsel zu Instagram um 2015/2016 markierte den Startpunkt. Als Video-Content an Bedeutung gewann, fand sie ihre wahre Stärke: „Videos lagen mir mehr als Fotos, und ich merkte, dass viele Frauen Mut daraus schöpften, wenn ich mich öffentlich präsentierte.“

Heute produziert sie gezielt Inhalte, die ihre Community benötigt. „Ich bekomme viele Nachrichten von Frauen, die durch meinen Content an Selbstbewusstsein gewonnen haben. Einige haben ihren Kleiderschrank neu entdeckt und tragen endlich Outfits, die sie früher nie angezogen hätten“, berichtet die Influencerin.

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Authentizität trotz Hasskommentaren

Unter ihren Beiträgen finden sich regelmäßig negative Kommentare, doch Hochwald geht professionell damit um. „Das interessiert mich nicht. Mittlerweile weiß ich, dass viele einfach ihren Frust abladen“, sagt sie. Interessanterweise kommen 90% dieser Kommentare von Frauen. Statt sich davon beeinflussen zu lassen, nutzt sie Kritik oft für neue Video-Ideen, um ihren Zuschauerinnen zu zeigen, wie wenig Wert solche Äußerungen haben.

Ihre Community besteht zu etwa 85% aus Frauen, dazu kommen viele schwule Männer. Heterosexuelle Männer zeigen hingegen weniger Interesse – sie folgen tendenziell eher Accounts jüngerer Frauen.

Gothic-Stil und beruflicher Alltag

Hochwalds persönlicher Stil ist geprägt von Gothic-Elementen. „Ich liebe diesen düsteren Stil. In solchen Outfits fühle ich mich unverwundbar“, beschreibt sie ihre Vorlieben. Trotz ihres ausgefallenen Erscheinungsbildes arbeitet sie seit Jahren als Projektmanagerin bei der Telekom, wo sie sich auf Flächenmanagement im Geschäftskundenbereich spezialisiert hat.

„Ich war schon immer ein kleiner Rebell, auch auf dem konservativen Gymnasium“, erinnert sie sich. Ihre Kollegen haben sich mittlerweile an ihren Stil gewöhnt. Als Corporate Influencer für die Telekom schätzt sie besonders die Unternehmensinitiativen gegen Hass im Internet und für Diversität.

Der Aufwand hinter den Kulissen

Vollzeitjob, Familie und Social-Media-Präsenz unter einen Hut zu bringen, erfordert Disziplin. „Das ist mein Hobby. Ich drehe meine Videos meistens abends“, erklärt Hochwald. Die Woche summiert sich auf etwa 70 Stunden durch Social-Media-Aktivitäten auf TikTok, Instagram, Facebook und YouTube.

Finanziell ist die Social-Media-Arbeit bisher bescheiden: „Bisher habe ich noch kein Geld damit verdient. Ich arbeite mit Kooperationspartnern zusammen, darf die Klamotten behalten, muss sie aber versteuern“. Ein Media-Kit soll jetzt Unternehmen von ihrer Reichweite überzeugen – allein im letzten Monat erreichte sie über 12 Millionen Klicks.

Mode muss nicht teuer sein

Ein besonderes Anliegen ist Hochwald erschwingliche Mode. „Ich möchte zeigen, dass Mode nicht teuer sein muss“, betont sie. Regelmäßig besucht sie Kik, durchstöbert Secondhand-Läden und stellt Outfits zusammen, die auch mit kleinem Budget funktionieren. „Auf Social Media wird oft nur Luxus präsentiert, dabei leben Millionen Menschen am Existenzminimum“.

Ihre Kleidersammlung verwaltet sie pragmatisch: „Die Kamera zeigt immer nur die schöne Seite, während die andere aussieht, als hätte dort eine Bombe eingeschlagen“. Regelmäßig sortiert sie aus und verschenkt oder verlost aussortierte Stücke.

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Persönliche Herausforderungen und Ratschläge

Mit 52 Jahren beschäftigt auch Hochwald das Thema Gewicht. „Ich habe die Veranlagung zur Schlankheit nicht geerbt“, erklärt sie. Bei einer Größe von 1,72 Meter wiegt sie 58 Kilogramm, achtet auf Ernährung und Sport. Eine Magersucht mit 18 Jahren hinterließ Spuren: „Dieses ständige Kalorienzählen begleitet mich bis heute“.

Ihr wichtigster Ratschlag an unsichere Frauen: „Nehmt euch Zeit, stellt euch vor den Spiegel und probiert verschiedene Kombinationen aus. Fotografiert die Outfits und hängt die Bilder an die Kleiderbügel“. Mut sei entscheidend: „Wir haben nur dieses eine Leben. Am Ende will ich nicht zurückblicken und denken, was ich alles nicht gemacht habe, nur weil ich mich von fremden Menschen habe bremsen lassen“.

Hochwald beweist täglich, dass Authentizität und Altersunabhängigkeit in der Mode möglich sind – und inspiriert damit eine stetig wachsende Community.