Endlich wieder auf dem Platz: David Nemeth beendet siebenmonatige Leidenszeit
Für David Nemeth war es ein besonderer Moment, als er am vergangenen Wochenende endlich wieder Fußballschuhe schnürte. Der 24-jährige Innenverteidiger des FC St. Pauli absolvierte nach sieben langen Monaten Verletzungspause sein erstes Spiel seit der Adduktoren-Operation im September. Bei der U23-Mannschaft in der Regionalliga stand er 45 Minuten auf dem Platz, auch wenn das Spiel mit 0:5 gegen den FSV Schöningen verloren ging.
„Mit einem Sieg wäre es schöner gewesen“
„Mit einem Sieg wäre es auf jeden Fall schöner gewesen“, gab Nemeth nach dem Spiel zu. Doch wichtiger als das Ergebnis war für den Österreicher die Tatsache, dass er nach seiner schweren Verletzung endlich wieder Spielpraxis sammeln konnte. Bis zu seiner Auswechslung zur Halbzeit lag die U23 nur mit 0:1 zurück und hielt sich auf Augenhöhe mit dem Gegner.
„Da haben wir es ganz okay gemacht. Wir haben auch Chancen gehabt“, analysierte Nemeth die erste Halbzeit. „Nach der Pause haben es die anderen einfach besser gemacht.“ Der Spieler, der normalerweise auf den Außenpositionen der Innenverteidigung bei den Profis zum Einsatz kommt, spielte bei der U23 in der zentralen Abwehr – eine bewusste Entscheidung des Trainerstabs.
Geplante Rückkehr mit klarem Konzept
„Das war so abgesprochen wie auch die 45 Minuten Einsatzzeit. Das hat am meisten Sinn ergeben“, erklärte Nemeth die taktische Aufstellung. „Ich hoffe, dass ich von Woche zu Woche jetzt mehr Einsatzzeiten bekomme.“ Die körperlichen Voraussetzungen scheinen dafür gegeben: „Die operierte Stelle ist super. Nur in den Beinen merke ich manchmal, dass ich noch nicht bei hundert Prozent bin. Aber es wird besser.“
Die Verletzung traf Nemeth besonders hart, da er nach einer starken Vorbereitung und gutem Saisonstart im Spätsommer bereits seine zweite schwere Verletzung bei St. Pauli hinnehmen musste. Zuvor hatte er in der Saison 2022/23 bereits mit einer Schambeinentzündung zu kämpfen gehabt.
Psychische Belastung und Unterstützung im Team
„Das war schwierig, ich war gut drin“, erinnerte sich Nemeth an den Moment der Verletzung. „Aber es hilft nichts, das ist Fußball. Es kommt nie, wie man es erwartet. Dann heißt es erst einmal, wieder fit zu werden.“
In den schwierigen Monaten der Rehabilitation fand der Österreicher Unterstützung bei seinen Teamkollegen und im Umfeld: „Nur am Anfang war ich ein bisschen weg, war dann aber immer im Trainingszentrum. Das tut gut, wenn man den anderen zuschaut.“
Besonders wichtig war für Nemeth der Austausch mit erfahrenen Spielern wie Hauke Wahl, mit Freunden, Familie und dem Reha-Trainer: „Da war ich froh, wenn ich mich mal auskotzen konnte.“ Diese Gespräche halfen ihm, die psychische Belastung der langen Verletzungspause zu bewältigen.
Nächster Schritt: Rückkehr zu den Bundesliga-Profis
Nach dem erfolgreichen Comeback in der Regionalliga ist der nächste Schritt bereits absehbar: die Rückkehr in den Bundesliga-Kader von St. Pauli. Bei der Partie in Gladbach stand Nemeth bereits im erweiterten Kreis, und auch für das kommende Spiel gegen Freiburg dürfte Trainer Alexander Blessin den 52-Jährigen wieder nominieren.
Die siebenmonatige Pause hat Nemeth verändert – sowohl körperlich als auch mental. Doch jetzt blickt der Innenverteidiger optimistisch in die Zukunft und freut sich darauf, bald wieder in der Bundesliga auf dem Platz zu stehen. Für St. Pauli könnte seine Rückkehr zur richtigen Zeit kommen, um die Defensive in der Rückrunde zu stabilisieren.



