Neuer erneut verletzt: Eberls Aussagen zu Urbig sorgen für Diskussionen beim FC Bayern
Einmal mehr muss der Kapitän des FC Bayern München, Manuel Neuer, aufgrund einer Verletzung vorzeitig aussetzen. Sportvorstand Max Eberl äußerte sich in diesem Zusammenhang mit Worten, die eine gewisse Brisanz in sich tragen, insbesondere durch das Lob für den Vertreter Jonas Urbig.
Wiederholter Muskelfaserriss bei Manuel Neuer
Manuel Neuer hat erneut einen Muskelfaserriss erlitten, diesmal in der linken Wade. Es handelt sich bereits um den zweiten Vorfall innerhalb von drei Wochen, nachdem der Torhüter bereits im Februar beim 3:0-Sieg gegen Werder Bremen ähnliche Probleme hatte. Beim Comeback-Spiel am Freitagabend gegen Borussia Mönchengladbach spürte Neuer erneut Beschwerden in der Wade, was zur erneuten Auswechslung führte. Sein Ersatz, Jonas Urbig, kam direkt ins Spiel.
Trainer Vincent Kompany kommentierte die Situation nach dem 4:1-Sieg mit den Worten: "Manu hat etwas gespürt. Wenn es nichts Schlimmes ist, werden wir ihn nicht zu lange verlieren. Aber das nächste Spiel ist fast schon da." Gemeint ist das erste Achtelfinale der Champions League am Dienstagabend bei Atalanta Bergamo. Zu diesem Zeitpunkt war Kompany bereits bewusst, dass er auf Neuer verzichten muss.
Auswirkungen auf wichtige Spiele
Nach ärztlicher Untersuchung bestätigte der FC Bayern am Samstagnachmittag "einen kleinen Muskelfaserriss in der linken Wade" bei Neuer. Der Torwart fällt damit zunächst aus, wobei der genaue Rückkehrzeitpunkt vom Heilungsverlauf und der Rehabilitation abhängt. Es wird erwartet, dass Neuer sowohl das Bundesligaspiel am Samstag bei Bayer Leverkusen als auch das Rückspiel gegen Atalanta Bergamo am 18. März verpassen wird.
Die Frage stellt sich, ob es sinnvoll ist, den Torhüter unter allen Umständen für das Spiel gegen Union Berlin am 21. März einzusetzen, insbesondere da die Liga danach aufgrund von WM-Testspielen für zwei Wochen pausiert. Die Hoffnung auf eine schnellere Genesung liegt im Adjektiv "kleiner" Muskelfaserriss, was auf ein weniger gravierendes Ausmaß der Muskelgewebeschädigung hinweist. Allerdings beeinflussen Faktoren wie das Alter des Patienten den Heilungsprozess erheblich.
Eberls kontroverse Wortwahl zu Urbig
Sportvorstand Max Eberl äußerte sich bereits vor der offiziellen Diagnose zur Situation. "Dass Manuel nicht glücklich ist, das kann ich mir vorstellen", sagte er und fügte mit einem gewissen Nonchalance hinzu: "Er wird 40 im März. Und deswegen sind wir froh, dass wir mit Jonas und mit Ulle so gute Torhüter dahinter haben, dass du in der Halbzeit wechseln kannst und nichts verändert sich im Spiel."
Dieses Lob für den 22-jährigen Jonas Urbig, der in seiner zweiten Saison bereits zum wiederholten Mal einspringt und 23 Pflichtspiele absolviert hat, birgt eine gewisse Brisanz. Die Aussage "nichts verändert sich im Spiel" könnte beim erfahrenen Manuel Neuer, der am 27. März 40 Jahre alt wird, nicht unbedingt auf Begeisterung stoßen. Man stelle sich vor, ein Chef in einem anderen Berufsfeld würde über einen älteren, verdienten Mitarbeiter im Hinblick auf einen jüngeren Nachfolger ähnliche Worte wählen.
Signale des Körpers und Zukunftsperspektiven
Dies ist bereits der dritte Muskelfaserriss, den Neuer seit Mitte Dezember erlitten hat. Der fünfmalige Welttorhüter und Weltmeister von 2014 nähert sich unweigerlich dem Karriereende. Rund um seinen 40. Geburtstag will Neuer eine Entscheidung über seine Zukunft treffen, wobei er diese von seiner körperlichen Fitness abhängig macht.
Vorstandsboss Jan-Christian Dreesen betonte, man werde "in aller Gelassenheit" miteinander sprechen und dann schauen, "was rauskommt". Sollte Neuer Ende Mai beschließen, keine Verhandlungen über einen weiteren Einjahresvertrag aufzunehmen, würde dies an der Säbener Straße kaum überraschen. Im März 2027 würde Neuer dann 41 Jahre alt werden.
Die wiederholten Verletzungen senden deutliche Signale, die über unglückliche Umstände hinausgehen könnten. Die Bayern-Verantwortlichen haben Neuer in all den Jahren seit seinem Transfer vom FC Schalke 04 im Jahr 2011 zurecht mit Lob überschüttet, doch die natürlichen Grenzen des Alters werden immer spürbarer.



