Erneuter Ausfall: Manuel Neuer verpasst wichtige Bayern-Spiele
Der FC Bayern muss erneut auf seinen Kapitän Manuel Neuer verzichten. Wie der Rekordmeister am Samstag mitteilte, hat sich der Torhüter einen kleinen Muskelfaserriss in der linken Wade zugezogen. Dies ist bereits der dritte derartige Verletzung seit Dezember und der zweite innerhalb von nur drei Wochen.
Comeback gegen Gladbach endet frühzeitig
Beim 4:1-Heimsieg gegen Borussia Mönchengladbach am Freitagabend musste Neuer bereits in der ersten Halbzeit ausgewechselt werden. "Manu hat etwas gespürt", erklärte Trainer Vincent Kompany nach dem Spiel. Die anschließende medizinische Untersuchung bestätigte die Befürchtungen: Ein Muskelfaserriss zwingt den 39-Jährigen erneut zur Pause.
Die Verletzung trifft den FC Bayern zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Neuer wird sowohl das Bundesliga-Topspiel bei Bayer Leverkusen am kommenden Samstag als auch die beiden Champions-League-Achtelfinalpartien gegen Atalanta Bergamo verpassen. Erst am 21. März gegen Union Berlin könnte der Torwart theoretisch zurückkehren, doch angesichts der anschließenden zweiwöchigen Länderspielpause stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer übereilten Rückkehr.
Eberls Aussagen zu Urbig mit Brisanz
Besondere Aufmerksamkeit erregten die Worte von Sportvorstand Max Eberl noch vor der offiziellen Diagnose. "Er wird 40 im März", sagte Eberl über Neuer und fügte hinzu: "Und deswegen sind wir froh, dass wir mit Jonas und mit Ulle so gute Torhüter dahinter haben, dass du in der Halbzeit wechseln kannst und nichts verändert sich im Spiel."
Diese Formulierung birgt gewisse Brisanz. Ein erfahrener Spieler wie Neuer, der seit 2011 beim FC Bayern steht und fünfmal zum Welttorhüter gewählt wurde, dürfte kaum begeistert sein, wenn über seinen Ersatzmann gesagt wird, dass sich mit ihm "nichts verändert im Spiel". Eberls Aussage lässt sich durchaus als subtiler Hinweis auf den bevorstehenden Generationswechsel interpretieren.
Urbig gewinnt an Routine und Vertrauen
Jonas Urbig, der 22-jährige Ersatztorwart, absolviert bereits seine zweite Saison bei den Bayern und hat mittlerweile 23 Pflichtspiele für den Verein bestritten, davon elf in der aktuellen Spielzeit. Mit jeder weiteren Einsatzminute wachsen seine Routine, sein Selbstverständnis und sein Selbstvertrauen.
Gegen Gladbach zeigte Urbig erneut eine solide Leistung und bestätigte damit, dass er inzwischen zuverlässig einspringen kann. Die Bayern-Verantwortlichen betonen zwar stets den Respekt vor Neuers Leistungen, doch die Realität des Alterns lässt sich nicht leugnen. Am 27. März wird der Torwart 40 Jahre alt.
Karriereende rückt näher
Rund um seinen 40. Geburtstag will sich Neuer über seine Zukunft klarwerden. Wie Vorstandschef Jan-Christian Dreesen erklärte, werde man "in aller Gelassenheit" miteinander sprechen. Der Torwart selbst macht seine Entscheidung von seiner körperlichen Fitness abhängig.
Die wiederkehrenden Muskelverletzungen senden jedoch deutliche Signale. Sollte Neuer Ende Mai beschließen, nicht mehr in Verhandlungen über einen weiteren Einjahresvertrag einzutreten, würde dies an der Säbener Straße kaum überraschen. Im März 2027 würde der Torhüter dann 41 Jahre alt werden.
Für den FC Bayern stellt sich die Frage, wie lange man noch auf einen verletzungsanfälligen Torhüter setzen kann, während mit Urbig ein talentierter Nachfolger bereits regelmäßig Erfahrung sammelt. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie die Bayern-Führung mit dieser sensiblen Situation umgeht.



