Wahl-Krimi beim NFV: DFB-Vizepräsident Schaffert übersteht knappe Wiederwahl
NFV-Wahlkrimi: Schaffert knapp als Verbandschef bestätigt

Dramatische Wiederwahl beim Niedersächsischen Fußballverband

Ein echter Wahl-Krimi hat sich beim 48. ordentlichen Verbandstag des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) in Barsinghausen abgespielt. DFB-Vizepräsident Ralph-Uwe Schaffert (69) konnte sich seine Wiederwahl zum NFV-Vorsitzenden erst im zweiten Durchgang sichern – und das, obwohl es keinen Gegenkandidaten gab.

Erster Wahlgang endet mit Debakel

Im ersten Wahlgang erhielt der seit 2022 amtierende Fußball-Boss Niedersachsens nur 94 von 207 möglichen Stimmen. Genauso viele Delegierte votierten gegen ihn, während sich 19 Stimmenthaltungen ergaben. Damit war Schaffert trotz fehlender Konkurrenz zunächst durchgefallen. „Er ist aus Verantwortungsbewusstsein für den Verband dann doch angetreten“, erklärte ein Teilnehmer, der maßgeblich daran beteiligt war, den DFB-Vize umzustimmen. Nach BILD-Informationen hatte Schaffert sogar erwogen, ganz auf eine erneute Kandidatur zu verzichten.

Geheime Abstimmung als ungewöhnliches Verfahren

Die Wahl wurde geheim durchgeführt – ein ungewöhnlicher Vorgang beim Verbandstag, der das angespannte Klima verdeutlicht. Im entscheidenden zweiten Durchgang erhielt Schaffert schließlich 129 Stimmen und bleibt damit für weitere drei Jahre an der NFV-Spitze. Es wird seine letzte Amtszeit sein.

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Versöhnliche Töne nach dem Wahl-Marathon

„Ich bedanke mich bei allen, die mich erneut zum Präsidenten gewählt haben“, sagte Schaffert nach der turbulenten Abstimmung. „Ich würde mich freuen, wenn diejenigen, die sich nicht für mich ausgesprochen haben, den Dialog suchen, damit wir einen gemeinsamen Konsens finden.“ Der ehemalige Richter am Oberlandesgericht Celle ist bekannt für deutliche Worte und harte Entscheidungen – Eigenschaften, die nicht bei allen Verbandsmitgliedern auf Zustimmung stoßen.

Konflikte um Regionalliga-Reform und Schiedsrichter-Ausschuss

In den Stunden vor dem Verbandstag hatte sich bereits angedeutet, dass es ungemütlich für Schaffert werden könnte. Hauptstreitpunkte waren:

  • Seine Haltung zur umstrittenen Regionalliga-Reform
  • Die Neubesetzung des Schiedsrichter-Ausschusses

Diese Konflikte hätten dem DFB-Vize beinahe den NFV-Vorsitz gekostet. Als Boss des Norddeutschen Fußballverbandes droht Schaffert in den kommenden Wochen weiterer Ärger: Er gilt wie Peter Frymuth (69) vom Westdeutschen Fußballverband und Dr. Christoph Kern (42) vom Bayerischen Fußballverband als Gegner des sogenannten „Kompassmodells“.

Regionalliga-Reform als Zankapfel

Die von einer DFB-Arbeitsgruppe erarbeitete Reform sieht vor:

  1. Reduzierung der fünf Regionalligen auf vier
  2. Verkleinerung der Viertliga von 90 auf 80 Vereine
  3. Jährliche Neuverteilung der Klubs mittels künstlicher Intelligenz nach geografischen Aspekten

Ziel ist eine Reform des seit 2012 unbefriedigenden Aufstiegsverfahrens, bei dem nicht alle Meister aufsteigen können. Schaffert hat mit seinem knappen Wahlergebnis zwar ein blaues Auge davongetragen, doch die tiefen Gräben innerhalb des Verbandes bleiben sichtbar. Die nächsten drei Jahre werden zeigen, ob der erfahrene Fußball-Funktionär die versöhnlichen Worte nach der Wahl auch in praktische Verbandspolitik umsetzen kann.

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