WM-Kader in Gefahr: Nmecha droht Verletzungsausfall - Bayern-Duo rückt nach
Die deutsche Fußballnationalmannschaft steht vor einer entscheidenden Personalentscheidung für die anstehende Weltmeisterschaft. Felix Nmecha, der Mittelfeldmotor von Borussia Dortmund, hat sich eine Außenbandverletzung im Knie zugezogen und könnte das Turnier im Sommer verpassen. Bundestrainer Julian Nagelsmann äußerte sich besorgt über den möglichen Ausfall des 25-Jährigen.
Nagelsmanns Sorge um Schlüsselspieler
„Es ist eine Verletzung, die nicht ohne ist, die eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt, um zu heilen“, sagte Nagelsmann über Nmechas Zustand. „Es besteht zweifelsfrei die Gefahr, dass er die WM nicht spielen kann. Es wäre schon ein extremer Verlust für uns, wenn er das nicht tun könnte.“ Trotz dieser düsteren Prognose zeigt sich der Bundestrainer grundsätzlich optimistisch: „Ich habe gute Hoffnung, dass er spielen kann und es gut wird. Er hat einen sehr guten Körper und eine gute Muskulatur.“
Nmecha selbst sowie die behandelnden Ärzte teilen diese positive Einschätzung. Dennoch muss Nagelsmann für alle Eventualitäten planen. Der finale Kader mit 26 Spielern muss der FIFA Anfang Juni übermittelt werden, nachdem Nagelsmann am 12. Mai sein vorläufiges Aufgebot bekannt geben wird.
Bayern-Duo als wahrscheinliche Nachfolger
Sollte Nmecha tatsächlich ausfallen, haben zwei Bayern-Profis die besten Chancen, im zentralen Mittelfeld von Beginn an zu spielen: Aleksandar Pavlovic und Leon Goretzka. Für Pavlovic spricht seine aktuelle Form, auch wenn er für die jüngsten Länderspiele angeschlagen absagen musste. Diese Absage ändert jedoch nichts an seiner Perspektive für die WM.
Für Goretzka bedeutet die Situation eine besondere Chance. Nach seiner Nicht-Berücksichtigung bei der Heim-EM 2024 hat der Mittelfeldspieler ein beachtliches Comeback in der Nationalmannschaft hingelegt. „2024 konnte Leon mit deutlich weniger Spielzeit rechnen als jetzt“, erklärte Nagelsmann mit Verweis auf die damals gesetzten Mittelfeldspieler Toni Kroos und Ilkay Gündogan.
„Damals haben wir die Rolle als Back-up nicht als ideal angesehen“, ergänzte der Bundestrainer. „Leon hat jetzt Chance auf mehr Spielzeit. Und er hat Entwicklungsschritte getan, auch seine Rolle bei Bayern München anzunehmen, wie sie ist.“
Weitere Kandidaten und Wackelkandidaten
Neben Goretzka und Pavlovic stehen Nagelsmann weitere Optionen für das Mittelfeld zur Verfügung:
- Angelo Stiller vom VfB Stuttgart
- Pascal Groß von Brighton & Hove Albion
- Anton Stach von Leeds United
Doch nicht nur im Mittelfeld gibt es Unsicherheiten. Auch andere Positionen sind von Verletzungsproblemen betroffen. Torhüter Marc-André ter Stegen kämpft mit einer Oberschenkelverletzung und hat nach Nagelsmanns Worten nur „sehr, sehr, sehr geringe“ Chancen auf eine WM-Teilnahme. „Ich habe schon gesagt, dass ich aus Respekt ihm gegenüber die Tür nicht ganz zumache“, so der Bundestrainer, „trotzdem ist die Chance minimal, weil man die Gesamtkonstellation bei ihm betrachten muss. Er ist ja schon ein Jahr raus quasi und hat superwenig gespielt.“
Sanés unsichere Position
Auch Leroy Sané muss um seinen Platz im WM-Kader bangen. Der formschwache Offensivspieler steht unter besonderer Beobachtung. „Das Spiel gegen die Slowakei ist immer die Benchmark für Leroy, er muss das immer erreichen“, sagte Nagelsmann mit Bezug auf das 6:0 im letzten WM-Qualifikationsspiel, als der Galatasaray-Profi doppelt traf.
„Das Spiel in der Schweiz war in Ordnung, nicht richtig gut, nicht unfassbar schlecht“, analysierte der Bundestrainer die jüngste Leistung. „Die Argumente sind, dass wir Eins-gegen-eins-Spieler brauchen. Allzu viele Spieler, die vom rechten Flügel auch mal ein Eins gegen eins gewinnen, haben wir nicht.“ Mit Bayerns Lennart Karl steht jedoch mindestens ein Spieler bereit, der Sané den Rang ablaufen könnte.
Transparente Kommunikation mit den Spielern
Nagelsmann betonte, dass alle Spieler genau über ihre Situation informiert sind. „Jeder Spieler weiß exakt, woran er ist, ob der WM-Platz sicher ist oder nicht so sicher ist“, erklärte der Bundestrainer. „Und es würde sehr viel mit meiner Glaubwürdigkeit gegenüber dem Spieler machen und auch der Sinnhaftigkeit eines Rollengesprächs, wenn ich dann alles umwerfe, wenn ich in den Testspielen alles anders mache.“
Neben Nmecha, Sané und ter Stegen hat auch Offensivspieler Nadiem Amiri mit einer Fersenverletzung zu kämpfen und besitzt nur noch einen Funken Hoffnung auf die WM-Teilnahme. Die kommenden Wochen werden zeigen, wer den Traum von der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko verwirklichen kann und wer kurz vor dem Abflug im Juni noch aus dem Kader fliegt.



