Die große Aufstellung: Nagelsmanns WM-Elf vor der Entscheidung
Herzogenaurach – Die entscheidende Phase der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko hat begonnen. Bundestrainer Julian Nagelsmann steht vor der wohl wichtigsten Aufgabe seiner noch jungen Amtszeit: Er muss seine Wunsch-Elf für das Turnier im kommenden Sommer formen. Aktuell sind nach Informationen der BILD nur noch drei Positionen in der Startformation offen, während der Rest der Mannschaft bereits festzustehen scheint.
Die drei offenen Schlachtfelder
1. Das Innenverteidiger-Dilemma: Hier tobt ein Dreikampf zwischen drei erstklassigen Spielern. In den letzten Länderspielen hatten sich Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck als Abwehr-Duo etabliert, während Antonio Rüdiger verletzungsbedingt ausfiel. Doch der Real-Madrid-Star ist zurück und zeigt in Spanien wieder Weltklasse-Form. Sein Anspruch auf einen Stammplatz ist unübersehbar.
Weltmeister-Trainer Joachim Löw äußerte sich im SPORT BILD-Interview klar: „Ich denke, dass Jona die anderen beiden sehr gut ergänzt. Neben Rüdiger oder Schlotterbeck, die beide sehr zweikampfstark sind und offensiv in die Zweikämpfe reingehen, ist er ein ruhender Pol.“ Löw betonte Tahs kontinuierliche Entwicklung zu einem der besten Innenverteidiger der Welt.
Doch Schlotterbeck bringt als einziger Linksfuß der drei besondere Qualitäten in der Spieleröffnung mit, was Nagelsmanns Entscheidung nicht einfacher macht.
2. Der Kampf am rechten Flügel: Hier duellieren sich zwei erfahrene Nationalspieler: Leroy Sané gegen Serge Gnabry. Sané hatte sich mit einer absoluten Weltklasse-Leistung beim 6:0 gegen die Slowakei einen leichten Vorteil erarbeitet. Allerdings waren seine Auftritte in der jüngeren Vergangenheit nicht immer konstant, sowohl im Verein als auch in der Nationalmannschaft.
Löw zu den beiden Kontrahenten: „Dass Serge Gnabry, wenn er gesund ist und Rhythmus hat, immer ein Spieler ist, der wirklich großartig ist, ist kein Geheimnis. Leroy hat auch außergewöhnliche Fähigkeiten.“ Die Offensivmöglichkeiten mit Spielern wie Wirtz, Musiala und Havertz bezeichnete der Ex-Bundestrainer als herausragend.
3. Die Stürmer-Frage: Nagelsmann favorisierte zuletzt Kai Havertz für die Spitze, obwohl dessen Torquote weder im Verein noch im Nationalteam überragend war. In der Qualifikation hatte meist Nick Woltemade gestürmt und in den letzten drei Spielen mit vier Toren überzeugt.
Aktuell ist jedoch Deniz Undav vom VfB Stuttgart der treffsicherste Kandidat mit 23 Saisontoren. Sollte er diese Form beibehalten, hat auch er realistische Chancen auf einen Startelf-Platz. Sowohl Havertz als auch Woltemade könnten zudem in einer Offensivreihe hinter einem Stürmer mit Musiala und Wirtz agieren.
Die gesetzten Größen der Nationalelf
Während an drei Positionen noch gerungen wird, stehen andere Spieler bereits fest im Team:
- Im Tor: Oliver Baumann hat sich als klare Nummer 1 etabliert
- Außenverteidigung: Joshua Kimmich rechts, David Raum links
- Defensives Mittelfeld: Leon Goretzka und Aleks Pavlovic als Doppel-Sechs
- Offensive: Florian Wirtz und Jamal Musiala als gesetzte Zauberer
Löw äußerte sich besonders positiv über Goretzka: „Auf Leon würde ich bei der WM sicherlich setzen.“ Auch Pavlovic lobte er für dessen Ballsicherheit und Lösungsorientierung unter Druck.
Verletzungssorgen und Teamgeist
Aktuell bereiten jedoch Verletzungen Sorgen: Musiala (Knöchelprobleme) und Pavlovic (Hüftbeschwerden) fehlen in den kommenden Testspielen. Nagelsmann muss hoffen, dass insbesondere Musiala rechtzeitig zur WM seine Topform wiederfindet.
Kapitän Joshua Kimmich betonte die Bedeutung des Teamgedankens: „Das ist für uns das Wichtigste, dass wir alle Mann an Bord haben. Es ist ja jetzt schon schade, dass der eine oder andere ausfällt.“ Die Testspiele seien eine Chance, noch enger zusammenzuwachsen.
Kimmichs Credo für den WM-Erfolg: „Es ist nicht wichtig, den besten Kader der Welt zu haben, sondern am Ende das beste Team der Welt zu haben!“ Genau dieses Team muss Nagelsmann in den verbleibenden Monaten formen – die Zeit drängt.



