Deutsche Para-Sportler kämpfen für Paralympische Spiele im Heimatland
Die besten deutschen Behindertensportler positionieren sich mit deutlichen Botschaften für die Ausrichtung der ersten Paralympischen Spiele auf deutschem Boden. Kurz vor den anstehenden Bürgerbefragungen in Nordrhein-Westfalen und Hamburg betonen die Athleten die historische Chance und gesellschaftliche Bedeutung einer solchen Veranstaltung.
„Mehr als sportliche Spitzenleistung“ – Stimmen der Athleten
Markus Rehm, der deutsche Leichtathletik-Star, bringt die allgemeine Stimmung auf den Punkt: „Paralympische Spiele in Deutschland wären mehr als sportliche Spitzenleistung – sie wären ein Statement für Zusammenhalt und Gleichberechtigung.“ Der mehrfache Paralympics-Sieger verweist darauf, dass Deutschland bereits 1972 mit den Spielen der Gelähmten in Heidelberg paralympische Geschichte geschrieben hat, damals parallel zu den Olympischen Spielen in München.
Nun sei der richtige Zeitpunkt gekommen, um die ersten offiziellen Paralympics gemeinsam mit Olympia am selben Standort in Deutschland auszutragen. Taliso Engel, erfolgreicher Para-Schwimmer, ergänzt: „Jede Medaille steht für harte Arbeit und Willenskraft – aber der wahre Gewinn wäre ein Deutschland, das Inklusion und gemeinsames Miteinander lebt.“
Gesellschaftlicher Wandel durch Sportgroßevent
Die Athleten sehen in der Ausrichtung der Paralympics eine einzigartige Gelegenheit, den Behindertensport in die Mitte der Gesellschaft zu holen. Johanna Recktenwald, Deutschlands Para-Sportlerin des Jahres, erklärt: „Mit Paralympics in Deutschland holen wir den Sport von Menschen mit Behinderung dahin, wo er hingehört: in die Mitte der Gesellschaft.“
Valentin Baus, Para-Tischtennisspieler, betont die symbolische Kraft: „Ein Gastgeber der Paralympics feiert nicht nur die Sportlerinnen und Sportler, sondern feiert Menschlichkeit und Offenheit sowie das, was uns verbindet: Leidenschaft und Teamgeist.“
Besonders eindringlich formuliert es Moritz Brückner, Nationalspieler im Rollstuhlrugby: „Wir könnten mit dem drittgrößten Sportevent der Welt zeigen, was möglich ist, wenn wir Barrieren nicht akzeptieren, sondern sie überwinden. Grenzen beginnen im Kopf – und genau dort fallen sie auch.“
Bürgerbefragungen und Bewerbungsprozess
Die politischen Weichenstellungen stehen unmittelbar bevor. In den kommenden Wochen finden entscheidende Bürgerbefragungen statt:
- Nordrhein-Westfalen: 19. April 2026
- Hamburg: 31. Mai 2026
In München hatte es bereits eine deutliche Zustimmung der Bevölkerung gegeben. Neben diesen Standorten ist auch Berlin im Rennen um die deutsche Bewerbung. Die finale Entscheidung über den deutschen Bewerber fällt am 26. September in Baden-Baden.
Annika Zeyen-Giles, Para-Radsportlerin, fasst die Erwartungen zusammen: „Sport kann ein Land bewegen – aber die Paralympics können es verändern. Weil sie zeigen, was möglich ist, wenn niemand außen vor bleibt.“ Die Athleten betonen damit die zentrale Rolle, die die Paralympics bei der gesamten Bewerbung spielen sollten – nicht als Anhängsel, sondern als integraler Bestandteil einer inklusiven Sportgroßveranstaltung.



