Paralympics in Italien: Deutsche Biathleten glänzen mit Edelmetall
Bei den Paralympischen Spielen in Italien haben deutsche Athleten im Biathlon erneut herausragende Leistungen gezeigt. Anja Wicker sicherte sich im Einzelrennen die Silbermedaille und verfehlte Gold nur um wenige Sekunden. Zudem jubelten Marco Maier und Johanna Recktenwald über Bronzemedaillen in ihren jeweiligen Klassen.
Anja Wicker: Silber mit starkem Lauf und minimalem Rückstand
Die 34-jährige Anja Wicker aus Stuttgart lieferte im schießlastigen Einzelwettkampf eine beeindruckende Leistung ab. Mit nur einem Schießfehler in vier Einlagen und einer daraus resultierenden Strafminute musste sie sich lediglich der Südkoreanerin Yunji Kim geschlagen geben, die Gold gewann. Der Abstand betrug lediglich 12,8 Sekunden. Die US-Amerikanerin Kendall Gretsch komplettierte das Podest mit Bronze.
Für Wicker, deren untere Wirbelsäule fehlgebildet ist, ist dies bereits die fünfte paralympische Medaille. Sie hatte zuvor bei den Spielen 2014 in Sotschi Gold und Silber sowie vor vier Jahren in Peking Bronze gewonnen. Am Vortag hatte sie zudem Bronze im Sprint errungen.
„Einen Einzelwettkampf will man nicht mit einem Fehler beginnen. Aber ich bin super stolz, dass ich die 19 danach getroffen habe und es läuferisch so super ging heute auf der Runde“, sagte Wicker nach dem Rennen. „Es hat vom ersten Meter an Spaß gemacht und es freut mich, dass es so eng ist und ich um Silber mitlaufen konnte.“
Marco Maier: Zweite Bronzemedaille in Folge
In der stehenden Klasse sicherte sich Marco Maier seine zweite Bronzemedaille innerhalb von zwei Tagen. Der 26-Jährige, der aufgrund verkürzter Finger an der linken Hand nur mit einem Stock startet, belegte im Einzelrennen mit einem Schießfehler erneut den dritten Platz. Gold ging an den Chinesen Jiayun Cai, Silber an den Kanadier Mark Arendz.
Maier hatte bereits am Vortag Bronze im Sprint gewonnen und zeigt damit eine konstante Leistung auf höchstem Niveau.
Johanna Recktenwald: Bronze in der Klasse der sehbehinderten Frauen
Eine weitere Bronzemedaille für Deutschland holte Johanna Recktenwald in der Klasse der sehbehinderten Frauen. Gemeinsam mit ihrer Guide Emily Weiss blieb sie im Schießen fehlerfrei und lief auf den dritten Platz. Der Sieg ging erneut an die Chinesin Yue Wang, Silber an die Tschechin Simona Bubenickova.
In derselben Klasse belegte Leonie Walter, die am Samstag im Sprint Bronze gewonnen hatte, nach zwei Schießfehlern und Strafminuten den fünften Platz. Linn Kazmaier landete mit einem Fehler auf Rang sechs.
Enttäuschung für Andrea Eskau
Nicht alles lief nach Plan für das deutsche Team. Die 54-jährige Andrea Eskau, die als einzige Starterin im Feld fehlerfrei schoss, wurde wegen einer nicht ordnungsgemäß genommenen Wende disqualifiziert. Eine bittere Enttäuschung für die erfahrene Athletin.
Insgesamt zeigen die deutschen Biathleten bei den Paralympics in Italien eine starke Teamleistung und sammeln weiterhin wertvolle Medaillen. Die Wettkämpfe gehen mit Spannung weiter.



