Garmisch-Partenkirchen ehrt Laura Dahlmeier: Park wird zur stillen Erinnerungsstätte
Park in Garmisch-Partenkirchen nach Laura Dahlmeier benannt

Stille Ehrung für eine außergewöhnliche Sportlerin

Kerzen, Schnee und eine tiefe Stille prägten die Atmosphäre im Kurpark Partenkirchen. Mehr als ein halbes Jahr nach dem tragischen Tod der Biathlon-Legende Laura Dahlmeier hat ihr Heimatort Garmisch-Partenkirchen dem Park nun offiziell ihren Namen verliehen. Bei einer bewegenden Veranstaltung, die ausdrücklich kein Trauergottesdienst, sondern ein Fest des Gedenkens sein sollte, versammelten sich rund 400 Menschen, um die zweifache Olympiasiegerin zu ehren.

Eine leuchtende Spur im Schnee

Helfer des Ortes hatten eigens Schnee in den Park transportiert, um trotz frühlingshafter Temperaturen eine symbolische Loipe mit Hunderten Kerzen zu gestalten. Diese leuchtende Spur im Schnee bildete das Herzstück der Ehrung. Bürgermeisterin Elisabeth Koch (CSU) betonte in ihrer Ansprache: "Laura hat Spuren hinterlassen – auch im Schnee, ja. Aber vor allem in den Herzen so vieler Menschen." Der Park solle fortan nicht als Ort des Verlustes, sondern als Stätte der Begegnung und stillen Dankbarkeit dienen.

Die vielseitige Persönlichkeit Laura Dahlmeier

Koch würdigte die einzigartige Verbindung, die Dahlmeier verkörperte: "Sie hatte diese seltene Verbindung aus Ehrgeiz und Gelassenheit. Aus Disziplin und Leichtigkeit. Aus Erfolg und Bodenhaftung." An der Veranstaltung nahmen neben Familie, Freunden und Bergwacht-Kollegen auch zahlreiche Einheimische teil, die die Sportlerin persönlich kannten. Michael Maurer, Präsident des Skiclubs Partenkirchen, erinnerte an die große Lücke, die Dahlmeier hinterlassen habe, und an ihre beeindruckenden sportlichen Erfolge, darunter sieben Weltmeistertitel.

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Vom Biathlon zum Bergsteigen

Nach ihrem Karriereende 2019 widmete sich Laura Dahlmeier noch intensiver ihrer Leidenschaft für das Bergsteigen. Im Juli des vergangenen Jahres kam die 31-Jährige im pakistanischen Karakorum-Gebirge ums Leben, als sie am Laila Peak von Steinschlag getroffen wurde. Ihr Leichnam verblieb am Berg, da Bergungsversuche unter Beteiligung des Extremkletterers Thomas Huber scheiterten. Huber äußerte sich zur Park-Umbenennung: "Es ist schön, dass es einen Ort gibt, wo man sich in Gedanken mit Laura begegnen kann."

Ein persönlicher Erinnerungsort

Bereits kurz nach dem Unglück hatte die Marktgemeinde gemeinsam mit der Familie einen Erinnerungsplatz im Park eingerichtet. Ein von Mutter Susi Dahlmeier ausgewählter Felsen aus dem Ferchenbach trägt nun eine Gedenktafel, umgeben von Kerzen und Räucherstäbchen – Letztere mochte Laura Dahlmeier besonders gern. Die Mutter erklärte: "Es gibt ja keinen Friedhof, wo man hingehen kann. Sie hat einfach so viele Menschen bewegt und begeistert. Wir haben gemerkt, dass es ganz wichtig ist für die Menschen, dass es einen Ort gibt, wo sie Abschied nehmen können."

Warum kein Stadion?

Die Überlegungen für einen würdigen Erinnerungsort hatten auch ein Stadion oder eine Sportstätte in Betracht gezogen. Bürgermeisterin Koch begründete die Entscheidung für den Park jedoch damit, dass Dahlmeier nie nur Sportlerin gewesen sei: "Sie hat die Weite gesucht und die Ruhe – sicher nicht die Bühne." Daher sei der Park als "leise Erinnerung im Alltag" die passendere Lösung. Die Eltern haben Frieden damit gefunden, dass ihre Tochter in den Bergen geblieben ist. Mutter Susi Dahlmeier sagte: "Ich glaube, das ist der schönste Friedhof, den es für die Laura gibt. Verschmolzen mit dem Herzen der Berge."

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